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Politik im Rest der Welt In aller Freundschaft? Trump telefoniert mit Putin
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07:16 16.11.2016
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Washington

Der künftige US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin haben sich in ihrem ersten Telefonat für ein besseres Verhältnis zwischen beiden Ländern ausgesprochen.

Trumps Seite teilte mit, der Republikaner habe Putin versichert, dass er sich auf eine starke und dauerhafte Beziehung mit Russland freue. Beide hätten „über eine Reihe von Themen“ gesprochen, darunter Bedrohungen und Herausforderungen. Ob es dabei etwa um den Konflikt in Syrien ging, ließ die recht knappe Mitteilung offen.

Die Erklärung des Kremls war ausführlicher. Darin hieß es, Putin und Trump seien sich einig gewesen, dass das gegenwärtige Verhältnis zwischen beiden Ländern äußerst unzufriedenstellend sei. Den Angaben nach vereinbarten beide, ihre Telefonkontakte fortzusetzen. Sie fassten auch ein persönliches Treffen ins Auge.

Der russische Präsident erklärte sich bereit, mit der neuen US-Regierung einen partnerschaftlichen Dialog zu führen auf Grundlage „von Gleichberechtigung, gegenseitigem Respekt und Nichteinmischung in innere Angelegenheiten“.

Putin hatte Trump als einer der ersten ausländischen Politiker schriftlich zum Wahlsieg gratuliert. Bei dem Gespräch sei es nun als Teil gemeinsamer Anstrengungen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus auch um Syrien gegangen, teilte der Kreml weiter mit.

Mit seinen Bemerkungen über Russland hatte Trump im Wahlkampf selbst bei Parteifreunden für Verwunderung und Skepsis selbst gesorgt. So äußerte der Republikaner seine Bewunderung für Putin und sprach sich für eine stärkere Zusammenarbeit mit Russland beim Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus. Damit brach er mit der Linie seiner Partei: Führende Republikaner plädierten in der Vergangenheit immer wieder für einen harten Kurs gegenüber Moskau.

Das Verhältnis zwischen Russland und den USA ist - unter anderem wegen des Syrien-Kriegs, in dem beide Militärmächte unterschiedliche Parteien unterstützen - seit Monaten gespannt. Zusätzlich belastet wurden die Beziehungen durch Vorwürfe aus Washington, Moskau habe sich mit unlauteren Mitteln in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingemischt.

Russland ist einer der wichtigsten Verbündeten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Die US-Regierung wirft dessen Streitkräften vor, massenweise Zivilisten zu töten und die Lage in dem Land verschlimmert zu haben. Versuche beider Außenministerien, eine Waffenruhe auszuhandeln, scheiterten immer wieder.

dpa

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