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Japaner gedenken der Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima

Hiroshima/Berlin Japaner gedenken der Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima

Vor 70 Jahren warfen die USA die erste Atombombe in einem Krieg auf Hiroshima ab. Die Überlebenden leiden bis heute unter den Folgen. Zugleich sorgen sie sich um das Bekenntnis ihres eigenen Landes zum Pazifismus.

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Japan gedenkt des Atombombenabwurfs auf Hiroshima vor 70 Jahren.

Quelle: Kiyoshi Ota

Hiroshima. Mit einer Schweigeminute und einem Appell zur Abschaffung aller Atomwaffen haben rund 55 000 Menschen im japanischen Hiroshima der Opfer des Atombombenabwurfs vor 70 Jahren gedacht.

Um 8.15 Uhr am Donnerstag (Ortszeit) wurde es still; nur der Klang einer Bronzeglocke und Zikaden in der Sommerhitze waren zu hören. Zu diesem Zeitpunkt hatte der US-Bomber Enola Gay damals die erste im Krieg eingesetzte Atombombe mit dem Namen „Little Boy“ über der Stadt im Westen des Landes abgeworfen. Schätzungsweise 140 000 Menschen starben, mehr als die Hälfte sofort. An der jährlichen Gedenkveranstaltung nahmen Abgesandte aus 100 Ländern teil, so viele wie nie zuvor. Die USA waren unter anderem durch Botschafterin Caroline Kennedy vertreten. Auch in Deutschland wurde an die Opfer erinnert.

Japans rechtskonservativer Regierungschef Shinzo Abe sagte, sein Land habe als einziges Opfer von Atombomben im Krieg „eine wichtige Mission, eine Welt frei von Atomwaffen zu verwirklichen“. Er kündigte an, Japan werde bei der UN-Vollversammlung im Herbst einen neuen Resolutionsentwurf zur Abschaffung von Atomwaffen einbringen. Hiroshimas Bürgermeister Kazumi Matsui rief US-Präsident Barack Obama auf, nach Hiroshima zu kommen und den Schilderungen der Überlebenden zuzuhören. 

„Unsere Welt strotzt noch immer vor mehr als 15 000 Atomwaffen“, sagte Matsui. Die Überlebenden des nuklearen Infernos litten noch heute physisch und psychisch unter den Folgen der Verstrahlung. Drei Tage nach Hiroshima hatten die Amerikaner eine zweite Atombombe über Nagasaki abgeworfen. Bis Dezember 1945 starben dort weitere 70 000 Menschen. Kurz danach kapitulierte das japanische Kaiserreich. Noch immer sterben Menschen an den Spätfolgen der Strahlung. Die USA mit ihrem atomaren Schutzschild sind heute Japans wichtigster Sicherheitspartner.

Bürgermeister Matsui rief die Welt auf, dem Weg des Pazifismus, wie ihn Japans Nachkriegsverfassung verkörpere, zu folgen. Dass die Regierung Abe gerade eine weitreichende Militärreform auf den Weg gebracht hat, die nach Ansicht von Kritikern eine Abkehr von eben diesem Pazifismus bedeutet, ließ der Bürgermeister unerwähnt. Matsui sprach sich jedoch für Sicherheitssysteme aus, „die nicht von militärischer Macht abhängig sind“. 

Überlebende des nuklearen Infernos in Hiroshima forderten Abe bei einem Treffen in Hiroshima unverblümt auf, die geplante Militärreform „sofort“ rückgängig zu machen. Die Sicherheitsgesetze, die derzeit im Parlament abschließend debattiert und von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt werden, sollen Japan erstmals seit Kriegsende Militäreinsätze an der Seite der USA im Ausland ermöglichen. Abe betonte, die Gesetze seien nötig, um „Krieg zu verhindern“. Japans „Kurs als friedliches Land wird sich niemals ändern“, versicherte Abe. 

Abe wird laut Medien voraussichtlich am Vorabend des 70. Jahrestages der Kapitulation Japans am 15. August, eine mit Spannung erwartete Erklärung abgeben. Unklar ist, ob er frühere Entschuldigungen für Japans Aggressionskrieg bekräftigen wird. Sollte er dies nicht tun, fürchten Kritiker eine erneute Belastung der angespannten Beziehungen zu früheren Opferstaaten wie China.

In Berlin wurde die Friedensglocke im Volkspark Friedrichshain um 8.15 Uhr - dem Zeitpunkt des Abwurfs der Atombombe auf Hiroshima - geläutet. Jeder Gast brachte die in einem nach japanischen Entwürfen errichteten kleinen Tempel hängende Glocke einmal zum Schwingen. Am Nachmittag trugen etwa 20 Berliner Gedichte und Musikstücke zum Thema Frieden vor. In der japanischen Botschaft war am Abend ein Konzert zu Ehren der Opfer geplant. Im Magdeburger Dom wollten sich Gläubige zu Friedensgebeten versammeln.

dpa

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