Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Jetzt schon mehr Abschiebungen als 2015
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Jetzt schon mehr Abschiebungen als 2015
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:32 19.11.2016
Anzeige
Berlin

Die Bundesländer haben in den ersten zehn Monaten dieses Jahres schon mehr Ausländer abgeschoben als im gesamten Jahr 2015. Wie das Bundesinnenministerium am Freitag auf Anfrage mitteilte, gab es von Anfang Januar bis Ende Oktober bundesweit 21 789 Abschiebungen.

2015 hatten 20 888 Menschen Deutschland auf diese Weise verlassen müssen.

Die meisten Abschiebungen erfolgten aus Nordrhein-Westfalen (4220), Baden-Württemberg (3099) und Bayern (2892). In diesen Bundesländern leben allerdings auch besonders viele Asylbewerber. Denn deren Verteilung richtet sich nach den Steuereinnahmen der Länder und der Bevölkerungszahl. Über die Entwicklung hin zu mehr Abschiebungen hatte zunächst die „Rheinische Post“ berichtet.

Die meisten Menschen, die dieses Jahr abgeschoben wurden, stammten den Angaben zufolge aus den Balkanstaaten. Die Albaner stellten mit 5343 die größte Gruppe unter den abgelehnten Asylbewerbern, die zwischen Anfang Januar und Ende Oktober gehen mussten. Auch 4338 Menschen aus dem Kosovo wurden abgeschoben.

Die Abschiebung auf den Westbalkan ist einfacher als bei anderen Herkunftsstaaten. Denn dort werden Reisepapiere akzeptiert, die Deutschland selbst ausstellen kann. Bei Menschen aus vielen anderen Staaten ist dies nicht der Fall. Mehrere Länder wie Marokko und Algerien erlauben außerdem nicht, dass Deutschland abgelehnte Asylbewerber per Charterflug zurückschickt.

Zwar waren Ende August in Deutschland auch rund 9000 Syrern als „Ausreisepflichtige“ registriert. Sie verfügten allerdings größtenteils über eine Duldung. Auch sollten sie nicht nach Syrien zurückgeschickt werden, wo Krieg herrscht. Vielmehr handelt es sich laut Innenministerium um „Dublin-Rücküberstellungen“. Nach dem sogenannten Dublin-Verfahren kann ein Asylbewerber in den EU-Staat zurückgeschickt werden, in dem er zuerst registriert worden war.

In Deutschland leben (Stand 31. August 2016) rund 595 000 Syrer. Sie stellen damit inzwischen unter den Ausländern die viertgrößte Gruppe, nach den Türken (1,5 Millionen), den Polen (rund 775 000) und den Italienern (606 000). Auf Platz Fünf liegen die Rumänen, von denen zuletzt rund 510 000 in Deutschland ansässig waren.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kanzlerin Angela Merkel setzt angesichts der großen Ungewissheit über den Kurs des künftigen US-Präsidenten Donald Trump auf eine besonders enge europäische Zusammenarbeit.

18.11.2016

Vieles deutet darauf hin, dass Merkel am Sonntag ihre Kandidatur als CDU-Vorsitzende und Kanzlerin ankündigt. Der Vorstand sendet zugleich das Signal: Die Partei will enttäuschte Wähler zurückgewinnen.

19.11.2016

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat weitere wichtige Personalentscheidungen bekanntgegeben: Justizminister soll demnach der erzkonservative Senator Jeff Sessions werden.

18.11.2016
Anzeige