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Politik im Rest der Welt Der Anti-Trump – vor diesem Mann müssen sich die Republikaner fürchten
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20:53 12.03.2019
Der frühere amerikanische Vizepräsident Joe Biden – bald der Herausforderer von Donald Trump? Quelle: imago
Berlin

Vor vier Wochen war es, da betrat plötzlich das andere Amerika das Rednerpult auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Das Amerika des Multilateralismus, der Toleranz und der Meinungsfreiheit. Das Amerika des Freihandels und der gefestigten transatlantischen Beziehungen.

Die USA sollten ihre Partner nicht vergessen, echte Führung funktioniere nur im Verbund, sagte der Mann mit dem weißen Haar. Und dann dieser Satz: „Amerika wird zurückkehren.“ Es war ein Versprechen. Und auch eine Abrechnung mit der Regierung unter US-Präsident Donald Trump,

Der 76-jährige Biden gilt als größte Hoffnung der Demokraten

Joe Biden sagte diese Worte. Und er fügte hinzu, Amerika verliere globalen Einfluss durch die Ego-Politik seines aktuellen Präsidenten. Biden war unter Barack Obama bereits das, was man in den USA „eine Kugel vom Weißen Haus entfernt“ nennt: Vizepräsident. In den letzten Wochen und Monaten wird ausgerechnet der 76-Jährige zur größten Hoffnung der Demokraten. Biden, der Anti-Trump, könnte dem Amtsinhaber trotz seines Alters gefährlich werden. Niemanden fürchten die republikanischen Wahlkampfstrategen für 2020 so sehr wie ihn.

Andere mögliche demokratische Präsidentschaftskandidaten haben bereits abgesagt. Michael Bloomberg, der Unternehmer, zum Beispiel. Oder Sherrod Brown, Senator aus Ohio. Beobachter werten ihren Rückzug als Beleg dafür, dass hinter den Kulissen bereits eine Vorentscheidung zugunsten von Biden gefallen ist. Er müsse sich eben nur noch erklären.

Biden soll sich bereits entschieden haben

Joe Biden, ehemaliger Vizepräsident und langjähriger US-Senator, soll sich zu „95 Prozent“ für eine Kandidatur entschieden haben, heißt es aus seinem Umfeld. Nun erwarten alle die offizielle Ankündigung. Angeblich müsse er sich nur noch mit seiner Familie beraten, ob er den Sprung wirklich wagen soll.

Der Wettlauf um das Präsidentenamt ist in den USA bereits im vollen Gange – und das, obwohl bis zur Wahl noch fast zwei Jahre Zeit sind. Die Spekulationen schießen ins Kraut. Namen werden genannt und wieder verworfen. Es kursieren Listen mit angeblichen Favoriten. Doch ein Name ist immer dabei: der von Joe Biden.

Gegenentwurf zu Trump

Für viele Amerikaner repräsentiert Biden den Gegenentwurf zu Trump. Er hat nicht nur den bekanntesten Namen aller möglichen Kandidaten, sondern verfügt nach vier Jahrzehnten in der Politik auch über die größte politische Erfahrung. Er gilt als fleißig, moderat und bodenständig, ein echter Liebling der weißen Mittelschicht und Arbeiterklasse. Mit ihm erhoffen sich die Demokraten in genau den früheren Hochpunkten wieder zu punkten, die sie unter Hillary Clinton bei der letzten Wahl an Trump verloren haben: Michigan, Ohio, Pennsylvania, Wisconsin.

Biden ist eloquent, versöhnend und um Ausgleich bemüht. Er steht damit für genau das, was Trump in den ersten zwei Jahren seiner Präsidentschaft nicht geleistet hat – oder nicht leisten wollte. In fast allen Umfragen unter Anhängern der Demokraten führt er das Feld der Favoriten an, vor Bernie Sanders, Elizabeth Warren, Kamala Harris oder (dem noch unentschiedenen) Beto O’Rourke. Auch große Parteispender der Demokraten würden vermutlich auf ihn setzen.

Ist Biden 2020 zu alt?

Wäre da nicht sein Alter. Biden wird im Wahljahr 78 Jahre alt. Er könnte damit gerade junge Wähler verprellen, die sich nach Aufbruch und Frische sehnen. Er werde nur antreten, wenn für ihn ein klarer Weg zum Sieg erkennbar sei, betonte er erst kürzlich vielsagend.

Doch auch Trump wird in zwei Jahren bereits 74 Jahre alt sein. Immer neue Skandale und Affären gehen nicht spurlos an ihm vorüber und lassen die Umfragewerte fallen. Geschlagen allerdings ist er noch nicht, auch wenn US-Medien behaupten, Trump habe am meisten Respekt vor einem möglichen Gegenkandidaten Joe Biden. Der sei „am wenigsten verrückt“ – was auch immer das im Weißen Haus unter Trump zu bedeuten hat.

Von RND

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