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Politik im Rest der Welt Kenia in Angst
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22:16 23.09.2013
Kenianische Soldaten in Deckung vor dem Shopping-Center. Quelle: Foto: AFP

Eine bange Frage treibt derzeit fast alle Kenianer um: Ist die brutale Attacke auf das Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi erst der Anfang einer langen Kette von Islamisten-Anschlägen? Müssen sie mit der Terrorangst zu leben lernen — jedes Mal, wenn sie einkaufen gehen, mit dem Bus fahren oder in ein Restaurant gehen?

Denn die Al-Shabaab-Miliz hat unmissverständlich klar gemacht, dass es für das ostafrikanische Land keinen Frieden geben wird — jedenfalls nicht, solange kenianische Truppen im Nachbarland Somalia stationiert sind. Ist Westgate mit mehr als 60 Toten der schreckliche Anfang eines langen Alptraums?

„Kenianisches Volk, wenn Ihr Frieden in Eurem Land haben wollt, dann sagt Eurer Regierung, dass sie ihre Streitkräfte aus unserem Land zurückziehen soll — sonst werdet Ihr noch mehr Blutbäder in Eurer Heimat erleben“, sagte ein Al-Shabaab-Sprecher im Radio. Es werde eine neue Anschlagswelle in Nairobi geben, kündigte er an. Und seine Mujaheddin-Kämpfer würden dabei auch „neue Taktiken“ anwenden.

Auch in Kenias Nachbarland Uganda ist die Sorge groß, denn das Land hat ebenfalls Tausende Soldaten in Somalia stationiert. Kampala verstärkte bereits die Sicherheit an den Grenzen. Die Al

Shabaab hatte in Uganda 2010 schon einmal einen blutigen Anschlag mit über 70 Toten verübt.

Was die Extremisten — alle Extremisten — so gefährlich macht, ist, dass sie für ihre Überzeugungen den eigenen Tod in Kauf nehmen. Aus dem Westgate-Einkaufszentrum, das gestern von der Armee gestürmt wurde, konnte Berichten zufolge einer der Täter zusammen mit flüchtenden Menschen entkommen. Er beschmierte sich mit Blut der Opfer und gab vor, verwundet zu sein. Im Krankenhaus angekommen, zückte er eine Waffe und ermordete drei Patienten. Dann richtete er die Pistole gegen sich selbst.

In einem auf YouTube veröffentlichten Bekennervideo heißt es, die am Anschlag beteiligten Al-Shabaab-Kämpfer freuten sich darauf, nach ihrem Tod von Allah für ihre Tat belohnt zu werden.

Dennoch handelt es sich um eine andere Art von Terror als etwa beim Anschlag auf das World Trade Center in New York 2001 oder bei den Massakern, die die Boko-Haram-Sekte immer wieder in Nigeria anrichtet. Letztere zielt vor allem auf Lokale mit Alkoholausschank oder christliche Kirchen ab — schon ihr Name bedeutet so viel wie „Westliche Erziehung ist Sünde“.

Carola Frentzen

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