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Kenia unter Schock: Blutbad im Einkaufsparadies

Addis Abeba/Nairobi Kenia unter Schock: Blutbad im Einkaufsparadies

Schwerster Anschlag seit 15 Jahren: Mindestens 68 Tote durch islamischen Terror.

Addis Abeba. Islamistische Terroristen haben in einem Einkaufszentrum in Nairobi ein Blutbad mit mindestens 68 Toten und 145 Verletzten angerichtet und damit weltweit Entsetzen ausgelöst. Mehr als 24 Stunden nach dem Angriff hielt ein Terrorkommando der radikal-islamischen Al-Shabaab-Miliz noch immer mehrere Geiseln in seiner Gewalt. Es sei klar, wo sich die 10 bis 15 Angreifer aufhielten, aber die Lage bleibe „heikel“, erklärte Innenminister Joseph Ole Lenku.

Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats verurteilten den Überfall auf das Schärfste. Die USA sprachen von einem „sinnlosen Akt der Gewalt“. Unter den Toten sind mehrere Ausländer, darunter mindestens drei Briten und zwei Franzosen. Nach Angaben des US-Außenministeriums wurden mehrere US-Bürger verletzt. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte zunächst keine Hinweise darauf, dass auch Deutsche betroffen sein könnten.

Mindestens 18 maskierte und mit Maschinengewehren bewaffnete Terroristen hatten am Sonnabend das exklusive Einkaufszentrum gestürmt, in dem vor allem Ausländer und reiche Kenianer shoppen gehen. Sie schossen um sich und warfen Granaten. Ein Augenzeuge in Nairobi sagte: „Sie zeigten uns arabische Schriften. Wenn man sie lesen konnte, war man gerettet. Wenn man sie nicht lesen konnte, erschossen sie einen.“

Die Islamisten-Miliz nannte den Angriff im Kurzmitteilungsdienst Twitter einen Vergeltungsschlag für „Verbrechen“ der kenianischen Armee in Somalia. Kenia hatte das Nachbarland in den vergangenen Jahren beim Kampf gegen die Extremisten militärisch unterstützt. Der Überfall war der schwerste Terroranschlag in Kenia seit einem Sprengstoffanschlag auf die US-Botschaft vor 15 Jahren.

In einem der letzten Al-Shabaab-Tweets hieß es, in dem Gebäude hätten sich noch mehrere „Mudschahedin“ verschanzt. Die Männer seien „ruhig und preisen Allah, dass sie für diese Aufgabe ausgewählt wurden“. Wenig später sperrte Twitter den Account.

Spezialeinsatzkräfte und Soldaten brachten in der Nacht das erste und das zweite Obergeschoss des Gebäudes unter ihre Kontrolle. Die Terroristen verschanzten sich mit einer unbekannten Zahl von Geiseln offenbar im dritten und vierten Stock. Es sei eine äußerst schwierige Operation für die Sicherheitskräfte. „Wir werden nichts unversucht lassen, um die Geiseln zu retten — auch, wenn es etwas länger dauern sollte“, sagte der frühere Ministerpräsident Raila Odinga.

Kenias Präsident Uhuru Kenyatta kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Verantwortlichen des Terroranschlags an. „Wir werden die Täter jagen, wohin sie auch rennen“, sagte er in einer TV-Ansprache.

Unter den Todesopfern soll den Berichten zufolge auch ein Neffe des Präsidenten sein. Insgesamt 1000 Besucher des Zentrums wurden nach offiziellen Angaben gerettet.

Die EU bot dem ostafrikanischen Land Hilfe an. „Wir wollen das Äußerste tun, um dazu beizutragen, dass solche Angriffe künftig verhindert werden“, erklärte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton. Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte den Islamistenangriff scharf: „Wir wünschen uns, dass es gelingt, die Täter und Hintermänner dieses schrecklichen Attentats schnell zur Verantwortung zu ziehen.“

Die Al-Shabaab-Miliz
Hass auf westliche Kultur und Terror gegen Christen und moderate Muslime — seit Jahren kämpfen radikalislamische Fanatiker in mehreren afrikanischen Ländern für eine rein islamische Gesellschaft. Neben der Sekte Boko Haram in Nigeria ist vor allem die somalische Al-Shabaab-Miliz berüchtigt.

1998 wurde die islamistische Gruppe gegründet und hat Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida. Ihr Ziel ist eine strenge Auslegung des islamischen Rechts und die Errichtung eines Gottesstaates am Horn von Afrika.

Die Mitglieder der Miliz haben die Freiheiten der Bürger stark eingeschränkt. Männer dürfen nicht „westlich“ aussehen und müssen Bärte tragen. Frauen werden gedrängt, ihre traditionell bunten Gewänder gegen Gesichtsschleier zu tauschen.

LN

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