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Politik im Rest der Welt „Klasse Frau, selbstbewusst, intelligent, einfach toll“
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20:19 19.11.2016
Gutes Verhältnis: Frank-Walter und seine Mutter Ursula Steinmeier.

. Wie Elke Büdenbender die Kür ihres Mannes Frank-Walter Steinmeier zum künftigen Bundespräsidenten sieht, bleibt vorerst offen. Bei seiner offiziellen Präsentation verlor das künftige Staatsoberhaupt kein privates Wort. Anzunehmen ist aber, dass Steinmeier seine Nominierung intensiv mit seiner als zurückhaltend, aber gleichzeitig als selbstbewusst geltenden Frau diskutiert hat. Als Steinmeier 2009 Kanzlerkandidat wurde, war sie eingebunden. „Solch eine weitreichende Entscheidung muss ein Paar gemeinsam treffen“, sagte sie damals der „Super Illu“. Für den Fall, dass Steinmeier Kanzler geworden wäre, hatte sie angekündigt, weiter ihrem Beruf als Verwaltungsrichterin nachzugehen. Ob das für sie nun angesichts der Verpflichtungen einer First Lady auch gilt, ist offen.

Sicher auf diplomatischem Parkett: Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender 2015 beim Staatsbankett in Schloss Bellevue. FOTOS: M. KAPPELER/DPA

Die Lebensgefährtin des derzeitigen Bundespräsidenten Joachim Gauck, Daniela Schadt, hatte ihren Job als Journalistin ruhen lassen. Mit Schadt verbindet Büdenbender, dass sie – in Deutschland seit Jahrzehnten eine Option – ihren eigenen Nachnamen behielt. Zum zehnten Hochzeitstag 2005 wollte sie eigentlich nachträglich doch noch den Namen ihres Mannes annehmen, doch dann wurde Steinmeier Außenminister, und sie dachte sich: „Das sieht jetzt ganz blöd aus, so als würde ich mir fremde Lorbeeren anstecken.“

Die im Januar 1962 geborene Büdenbender stammt aus dem Siegerland, in einer protestantisch gefärbten Umgebung wuchs sie in einem katholischen Elternhaus auf. Nach der Mittleren Reife und einer Lehre zur Industriekauffrau holte sie auf einem Kolleg das Abitur nach. Schon als Schülerin wurde Büdenbender SPD-Mitglied, in der Lehre trat sie in die IG Metall ein.

An der Universität in Gießen lernte sie im Jura-Studium 1988 den sechs Jahre älteren Steinmeier kennen. „Wie man sich halt so kennenlernt“, sagte sie einmal der „Bild“-Zeitung, ohne den Schleier zum Privatleben weiter zu lüften.

Als Steinmeier 1991 Referent in der niedersächsischen Staatskanzlei wurde, begleitete Büdenbender ihn nach Hannover. Dort machte sie ihr Referendariat. 1995 heirateten die beiden, im folgenden Jahr kam dann Tochter Merit zur Welt. Die Familie lebt in Berlin-Zehlendorf und hat ein Wochenendhaus in Brandenburg. Steinmeier beschreibt seine Frau als begeisterte Mountainbikefahrerin, die bevorzugt leger in Jeans und Sweatshirt unterwegs sei.

Die prägnanteste Charakterisierung der Frau an der Seite Steinmeiers stammt von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD). „Klasse Frau, selbstbewusst, intelligent, einfach toll“, sagte dieser einst.

Doch nur bei der Kanzlerkandidatur Steinmeiers im Jahr 2009 trat Büdenbender regelmäßig in der Öffentlichkeit auf. Damals ärgerte sie sich, dass ihr Mann als langweilig und uncharismatisch beschrieben wurde. „Wer um Mitternacht von einer Auslandsreise nach Hause kommt und dann bis zwei Uhr mit der Tochter Ikea-Regale aufbaut, kann doch nur ein toller Typ sein“, sagte sie dem „Stern“.

Das Image übertrug sich allerdings auf das Ehepaar, als „die Anti-Obamas“ beschrieb „Spiegel Online“ die beiden nach einem gemeinsamen Fernsehauftritt.

Der Spott wich einer breiten Anerkennung für die Tiefe ihrer Liebe, als Büdenbender im August 2010 eine lebensbedrohliche gesundheitliche Krise durchlebte. Ein aufgewühlter Außenminister gab damals bekannt, dass seine Frau eine neue Niere benötige und er sich als Lebendspender zur Verfügung stelle. Der Eingriff glückte, den Jahrestag der Nierenspende feiert das Ehepaar seitdem in jedem Jahr wieder. Mit der im Februar bevorstehenden Bundespräsidentenwahl dürften die beiden ein weiteres Mal näher zusammen rücken.

Neu erfinden wird sich die Frau des künftigen Bundespräsidenten aber sicher nicht. Als ihr Mann Kanzler werden wollte, wurde sie gefragt, nach welchem Typus sie Kanzlergattin werden wolle. Die Antwort von damals dürfte heute für die Rolle der First Lady gelten: „Elke Büdenbender.“

Auch die „First Mutter“ ist von „großem Stolz erfüllt“

Nach der Nominierung von Frank-Walter Steinmeier für das Amt des Bundespräsidenten ist seine Mutter Ursula (87) „von großem Mutterstolz erfüllt“. Und zu Weihnachten kocht sie für ihren Sohn weiter Kasseler mit Sauerkraut. „Das ist Tradition. Er wäre enttäuscht, wenn das dieses Jahr nicht so wäre.“ Ursula Steinmeier lebt in Schieder-Schwalenberg im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe.

Sie halte ihren Sohn für geeignet, sagte Ursula Steinmeier. „Er ist besonnen, ehrlich, vermittelnd und niemals aufbrausend. Von dem werden Sie kein lautes Wort hören.“ Sie hoffe, dass seine Gesundheit mitspielt. „Er ist ja auch nicht mehr der jüngste, und er hat doch seiner Frau eine Niere gespendet. Aber ich denke schon, dass er das schafft.“

Ralf Isermann

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