Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Konjunktur drückt öffentliche Schulden - Steuern sprudeln
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Konjunktur drückt öffentliche Schulden - Steuern sprudeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:42 19.12.2015
Die Haushalte der Kommunen wiesen in den ersten drei Quartalen einen Überschuss von 900 Millionen Euro aus. Quelle: Tobias Hase
Anzeige
Wiesbaden

Die gute Konjunktur hat die öffentliche Verschuldung in Deutschland gesenkt. Bund, Länder und Gemeinden waren Ende des dritten Quartals mit 2,027 Billionen Euro verschuldet.

Das waren 0,8 Prozent oder 16,5 Milliarden Euro weniger als vor Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Schulden des Bundes und der Länder verringerten sich im Vergleichszeitraum jeweils um 1,2 Prozent. Die Verschuldung der Gemeinden nahm dagegen allerdings um 4,1 Prozent zu, obwohl ihre Einnahmen über den Ausgaben lagen.

Vor allem sprudelnde Steuern und Bundesmittel für die Flüchtlingshilfe, aber auch steigende Gebühren sowie Einmaleffekte bescherten den Kommunen das Plus. Ihre Haushalte wiesen Ende September einen Überschuss von 900 Millionen Euro aus. Ein Jahr zuvor hatte es Ende September noch ein Defizit von 2,7 Milliarden Euro gegeben. Allerdings legten nicht nur die Einnahmen zu (um 6,8 Prozent), sondern auch die Ausgaben (um 4,4 Prozent). Grund waren vor allem steigende Sozialleistungen (7,4 Prozent) und Personalausgaben (4,0 Prozent).

Prozentual besonders stark stiegen die Leistungen für Flüchtlinge nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (um 79,2 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro). Es wurde aber auch mehr Geld für Sozialhilfe, Hartz IV sowie die Kinder- und Jugendhilfe ausgegeben. Bei dem Anstieg der Kinder- und Jugendhilfe um 10,4 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro spielten auch minderjährige Flüchtlinge eine Rolle.

Bei Baumaßnahmen und anderen Investitionen gab es zwar einen Rückgang. Viele Investitionen für die Unterbringung Schutzsuchender seien aber noch nicht abgeschlossen und bezahlt und fänden sich daher in den Zahlen noch nicht wieder, erläuterten die Statistiker.

Der Schuldenstand entwickelte sich in den Ländern und den Kommunen ganz unterschiedlich. Die prozentual höchsten Rückgänge verbuchten Sachsen und Baden-Württemberg. Gestiegen ist der Schuldenstand dagegen in Niedersachsen, Bremen und Hessen. Die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern legten bei der Verschuldung prozentual am stärksten zu. Rückgänge gab es nur in Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.


Pressemitteilung

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Flüchtling aus Syrien hat in Bayern spontan zwei Ausflügler bewirtet - weil diese ein Heim für Asylbewerber für ein Gasthaus gehalten hatten.

18.12.2015

Das Jahr 2015 war weltweit von Flucht und Vertreibung geprägt. Nach UN-Angaben nimmt das Problem nie dagewesene Ausmaße an.

19.12.2015

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erwartet keine rasche Umverteilung von Flüchtlingen in der EU.

18.12.2015
Anzeige