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Politik im Rest der Welt Kubas Ärzte jobben in Brasilien
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23:16 20.09.2013

Kuba prahlt gerne mit seinem Reservoir an Ärzten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verfügten die rund elf Millionen Kubaner 2010 durchschnittlich über knapp 6,7 Mediziner pro 1000 Einwohner — in Deutschland waren es 2009 laut WHO-Statistik gerade mal 3,6 pro 1000 Einwohner.

Seit 1961 seien auf der chronisch unterfinanzierten Karibikinsel fast 125 000 Ärzte — unter ihnen viele Ausländer — ausgebildet worden, verkündete die sozialistische Parteizeitung „Granma“ stolz. 4000 sollen nun nach Brasilien gehen, denn dort gibt es im Durchschnitt nur 1,8 Ärzte auf 1000 Einwohner. Und Brasilien will den Notstand in armen Gegenden lindern.

„Gut gemeint ist nicht gut gemacht“, lautet das Urteil der brasilianischen Ärzteverbände, die gegen den Ärzte-Import Sturm laufen. Es hagelt Klagen gegen das Regierungsprogramm „Mais Médicos“ (Mehr Ärzte), und die ersten Ärzte aus Kuba wurden von ihren brasilianischen Kollegen in Fortaleza wenig freundlich als „Sklaven“ begrüßt. Sie befürchten Lohndumping und kritisieren, dass die am Programm teilnehmenden Ärzte ihre Approbation in Brasilien nicht wie sonst üblich in einem schwierigen Verfahren anerkennen lassen müssen. Die Ärzteverbände halten das für verfassungswidrig.

Die Auslandsärzte können bis zu drei Jahre an dem Programm teilnehmen und dann noch einmal um drei Jahre verlängern. 10 000 Reais (3300 Euro) monatlich bei 40 Wochenarbeitsstunden und freier Kost und Logis — das ist verlockend, selbst wenn der Arbeitsplatz im Amazonas liegt.

LN

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