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Politik im Rest der Welt Stimmzettel zur Landtagswahl 2018: So wählt man in Hessen
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14:52 19.10.2018
Eine hessische Wählerin gibt ihren Stimmzettel zur Landtagswahl in Hessen ab Foto: Fotolia
Wiesbaden

Am 28.Oktober 2018 steht die Landtagswahl in Hessen an. Was den Stimmzettel betrifft, gibt es ein paar Unterschiede zur vergangenen Landtagswahl in Bayern. Was es bei der Stimmabgabe zu beachten gibt und wofür die Erst- und Zweitstimme vorgesehen sind, erfahren Sie hier.

Landtagswahl 2018 in Hessen: Wie funktioniert die Stimmabgabe ?

Bei der Landtagswahl muss der Wähler insgesamt zwei Stimmen abgeben: eine Erststimme und eine Zweitstimme. Mit der Erststimme wählt man einen Kandidaten direkt. Die Zweitstimme bekommt eine Partei; das ist wichtig für die Anzahl der Plätze für die Partei im Bundestag.

Die Erst- und Zweitstimmen werden zusammengezählt, die Erststimme spielt also auch eine Rolle bei der Gesamtsitzeverteilung. Bei der Landtagswahl in Hessen gibt es im Gegensatz zur Landtagswahl in Bayern nur einen Stimmzettel für beide Stimmen. Zur besseren Übersicht ist der Stimmzettel folglich in zwei Spalten aufgeteilt.

Stimmzettel A: Erststimme für den hessischen Landtag abgeben

Seine Erststimme gibt der Wähler auf der linken Seite des Stimmzettels ab. Mit der Erststimme, oder auch Wahlkreisstimme, wird der Direktkandidat einer Partei aus Ihrem Wahlkreis gewählt, der im hessischen Landtag vertreten sein soll. In Hessen gibt es 55 Wahlkreise, daher werden 55 Direktkandidaten über die Erststimme gewählt, die dann in den hessischen Landtag einziehen werden.

Stimmzettel B: Zweitstimme für den hessischen Landtag abgeben

Für die Zweitstimme ist die rechte Spalte des Stimmzettels vorgesehen. Mit der Zweitstimme wird die Partei gewählt, die regieren soll. Nun stellt nicht jede Partei einen Direktkandidaten für jeden Wahlkreis auf – daher ist die rechte Liste mit den Landesstimmen länger als die linke Liste für die Wahlkreisstimme. Im Gegenzug zur vergangenen Landtagswahl in Bayern kann also kein direkter Kandidat über die Zweitstimme gewählt werden. Je höher der prozentuale Anteil eine Partei erzielt, desto mehr Sitze erhalten sie im hessischen Landtag.

Wie funktioniert die Stimmabgabe bei der Bezirkswahl?

Bei der Bezirkswahl gilt das gleiche Prinzip: Auch sie findet alle fünf Jahre statt. Wie bei den Landtagswahlen gibt jeder eine Erststimme und eine Zweitstimme ab. Mit der Erststimme wird für den jeweiligen Stimmkreis ein Direktkandidat gewählt. Wer die meisten Stimmen hat, kommt per Direktmandat in den Bezirkstag. Auf dem Stimmzettel für die Zweitstimme gibt jede Partei eine Liste ihrer Kandidaten an. Die Wähler haben die Möglichkeit, dort für einen bestimmten Kandidaten einer Partei oder pauschal für eine Partei zu stimmen. Im Gegensatz gibt es allerdings keine Fünf-Prozent-Hürde.

Wie viele Kreuze setze ich bei der Landtagswahl?

Bei der Landtagswahl müssen zwei Kreuze gesetzt werden. So auch bei der Bezirkswahl. Insgesamt müssen für beide Wahlen am Sonntag vier Kreuze gemacht werden.

Wie setze ich mein Kreuz auf dem Stimmzettel?

Für alle Zettel gilt: Der Wähler muss ein Kreuz setzen in dem Kreis, der zu dem Namen des Bewerbers gehört, den er wählen will. Wichtig ist: Es darf nur ein Bewerber angekreuzt werden. Mit der Zweitstimme kann man entweder einen Kandidaten persönlich wählen oder auch nur allgemein eine Partei oder Wählergruppe. Dann wird die Stimme der betreffenden Partei bei der Sitzeverteilung zugerechnet.

Für Erst- und Zweitstimme muss jeweils ein Kreuz gesetzt werden - oder ein Häkchen. Ein Kreis, ein „Ja“, ein ausgemaltes Kästchen sind auch gültig, ebenso wie ein eingekringelter Kandidat oder eine eingekringelte Partei.

Wann ist mein Stimmzettel ungültig?

Wer hingegen mehrere Kandidaten markiert oder alle Kandidaten bis auf den Wunschkandidaten durchstreicht, der muss damit rechnen, dass seine Stimme nicht mitgezählt wird. 268.399 Stimmzettel waren 2013 laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik bei der letzten Landtagswahl im Freistaat ungültig, 1,3 Prozent aller Erststimmen und 1,6 Prozent aller Zweitstimmen.

Die häufigste Variante waren laut Kreisverwaltungsreferat (KVR) in München leere Stimmzettel. Auch Beleidigungen auf den Stimmzetteln kämen häufiger vor und machten ihn ungültig: Pauschale Beschimpfungen wie „sind alles Deppen“ oder gegen bestimmte Politiker gerichtet.

Keine Selfies aus der Wahlkabine

Klar sei die Sache ebenfalls, wenn jemand seinen Namen auf den Stimmzettel schreibe, oder eine Bedingung wie „nur wenn die Steuern gesenkt werden“, sagte Johannes Mayer, Sprecher des KVR. Es habe auch schon kuriose Gründe für eine Ungültigkeit gegeben, etwa als japanische Faltkunst zum Einsatz kam: „Bei der Briefwahl wurde aus einem Stimmzettel ein Origamischwan gefaltet“, sagte Mayer. Auch seien Stimmzettel bei der Briefwahl schon zu Scherenschnitten geworden.

Nicht nur durch Fehler auf dem Zettel selbst kann eine Stimmabgabe ungültig werden: „Wer ein Selfie in der Wahlkabine beim Wählen macht und dabei „erwischt“ wird, muss noch einmal wählen. Die Stimmabgabe ist wegen Verletzung des Wahlgeheimnisses ungültig“, erklärte Mayer. Es werde dann ein neuer Stimmzettel ausgehändigt, der fotografierte müsse vernichtet werden.

Von RND/mkr

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