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Leichen von syrischen Flüchtlingskindern geborgen

Rom/Valletta Leichen von syrischen Flüchtlingskindern geborgen

Gerade macht das Bild von einem kleinen syrischen Jungen im Kriegsgebiet in Aleppo Geschichte. Und vor einem Jahr starb der Flüchtlingsjunge Aylan Kurdi im Mittelmeer. Das Grauen wiederholt sich immer und immer wieder. Auch jetzt.

Rom/Valletta. Das Baby ist nur acht Monate alt, der Sarg ist viel zu groß für so einen kleinen Körper: Die Leichen von zwei kleinen Mädchen aus Syrien sind am Wochenende nach Italien gebracht worden.

Das Baby und eine Fünfjährige kamen am Samstag mit dem Rettungsschiff im sizilianischen Trapani an. Auf Bildern ist zu sehen, wie Retter einen leblosen Kinderkörper tragen und wie eine kleine zugedeckte Leiche in einem Holzsarg liegt.

Ihr Holzboot war Ende der Woche vor der libyschen Küste gesunken, wie das italienische Rote Kreuz und die maltesische Rettungsorganisation MOAS mitteilten. Insgesamt kamen demnach sechs Menschen ums Leben. Fünf Leichen konnten geborgen und nach Sizilien gebracht werden, ein Mensch wurde vermisst.

Die Bilder wecken Erinnerungen an den dreijährigen syrischen Jungen Aylan Kurdi, der Anfang September vergangenen Jahres tot an einen Touristenstrand in der Türkei geschwemmt wurde. Das Bild von dem leblosen kleinen Körper am Strand gilt als Inbegriff des Flüchtlingselends auf dem Mittelmeer und hat selbst die Politik kurzfristig zu Taten bewegt. Und letzte Woche erschütterte das Bild des fünf Jahre alten Omran aus Aleppo die Welt, der mit blut- und staubverschmiertem Gesicht nach einem Angriff in Aleppo ins Leere schaut.

Nach Angaben des Roten Kreuzes haben seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 etwa 50 000 Kinder das Leben verloren. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR geht davon aus, dass mehr als ein Viertel der in Europa ankommenden Flüchtlinge Kinder sind.

„Die Menschen sterben immer weiter auf der Fahrt über das Mittelmeer. Die offiziellen Beileidsbekundungen und die Tränen der Regierungen nach jeder Tragödie sind heuchlerisch, falsch und unnütz“, erklärte der Präsident des italienischen Roten Kreuzes, Francesco Rocca.

dpa

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