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Politik im Rest der Welt Massenhaft Wählerdaten abgefischt
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21:20 30.07.2016
Um ihre Daten geht’s den Hackern: Clinton-Fans in Philadelphia. Quelle: dpa

. Nicht nur E-Mails, sondern auch Wählerdaten: Das FBI untersucht jetzt gleich mehrere Hacker-Attacken gegen die US-Demokraten. Sie und Experten glauben, dass Russland hinter den Cyberattacken steckt.

Die Hacker-Attacken gegen die US-Demokraten könnten damit offensichtlich noch umfassender ausgefallen sein als bisher gedacht. Nach Informationen des Senders CNN untersucht das Bundeskriminalamt FBI jetzt auch einen illegalen Zugriff auf Wählerdaten, die im System des Parteivorstandes gespeichert waren.

Diese Informationen dienen zur Analyse von Wählerstrukturen und wurden auch vom Wahlkampflager der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton genutzt.

Vor einer Woche hatte die Enthüllungsplattform Wikileaks gehackte E-Mails von Mitgliedern und Mitarbeitern des Parteivorstandes veröffentlicht. Daraus ging hervor, dass das Führungsgremium im Vorwahlkampf stark zugunsten Clinton und somit gegen ihren Rivalen Bernie Sanders voreingenommen war. Die Enthüllungen hatten den Auftakt des Parteitages der Demokraten überschattet – Sanders-Anhänger und Delegierte hatten schon während des Vorwahlkampfs wiederholt auf „schmutzige Tricks“ des demokratischen Partei-Establishments verwiesen, dem der aufrührerische Sanders mit seinen für europäische Verhältnisse klassisch sozialdemokratischen Forderungen wie der nach einem kostenlosen Studium an öffentlichen Hochschulen ungefähr so gelegen kam wie der Baulöwe Donald Trump der alten republikanischen Garde.

Wie außerdem am späten Freitagabend deutscher Zeit bekannt wurde, hat es auch auf das Wahlkampfkomitee DCCC eine Cyberattacke gegeben. Der Vorfall werde untersucht, sagte eine Sprecherin. Das DCCC unterstützt demokratische Politiker, die sich um einen Sitz im Repräsentantenhaus bewerben, im Wahlkampf.

Clintons Wahlkampfteam und IT-Experten glauben, dass Russland hinter den Hacker-Angriffen steckt. Auch US-Präsident Barack Obama hatte kürzlich in einem NBC-Interview nicht ausgeschlossen, dass Moskau auf diese Weise versuche, den Wahlkampf in den USA zu beeinflussen.

Trump hatte zuvor nicht nur Moskaus Geheimdienst aufgefordert, weitere E-Mails Clintons herauszuhacken, sondern auch mehrfach erklärt, er sehe den russischen Präsidenten Wladimir Putin positiv;

ebenso hatte der exzentrische Präsidentschaftskandidat durchblicken lassen, dass er sich mit dem Anschluss der Krim an Russland möglicherweise arrangieren könne – während er US-Beistand im Nato-Rahmen zum Beispiel für baltische Bündnismitglieder davon abhängig machen wolle, ob die genug eingezahlt hätten in den Nato-Etat.

Das wären natürlich Schritte, die dem Moskauer Machthaber gefallen würden. Offiziell aber weist der Kreml alle Cyber-Vorwürfe aus den USA zurück.

LN

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