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Politik im Rest der Welt „Maßstäbe für Humanität“
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22:12 08.10.2016

Münster. Jordaniens König Abdullah II. ist gestern mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet worden. In seiner Laudatio im Rathaus von Münster hob Bundespräsident Joachim Gauck das Engagement des Preisträgers in der Flüchtlingsfrage hervor. „Sie und Ihre Landsleute setzen damit Maßstäbe für Humanität und Mitmenschlichkeit.“

Präsident Joachim Gauck (l.) und König Abdullah II. Quelle: Fassbender/dpa

Rund 656000 syrische Flüchtlinge lebten in Jordanien, hob Gauck hervor. „Die Versorgung dieser Menschen verschlingt einen guten Teil des Staatshaushalts.“ Jordanien sei in dieser und in früheren Krisen bis an die Grenze seiner Kapazitäten gegangen, um zu helfen. Das Land habe sich in einer Weise großzügig gezeigt, die beispielhaft sei. Jordanien benötige daher die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, mahnte Gauck.

Auch König Abdullah II. rief dazu auf, sein Land bei der Aufnahme von Flüchtlingen zu unterstützen. Die internationale Gemeinschaft sehe sich der „größten weltweiten Flüchtlingskrise in der Geschichte der Menschheit gegenüber“, sagte er. „Wir stehen vor einer weltweiten Krise, die weltweites gemeinsames Handeln erfordert.“

Der Preis des Westfälischen Friedens wird seit 1998 im Zwei-Jahres-Rhythmus verliehen und ist mit 100000 Euro der höchstdotierte deutsche Friedenspreis. Mit ihm zeichnet die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe Persönlichkeiten aus, die sich beispielhaft für die Versöhnung der Völker einsetzen. Zu den früheren Preisträgern zählen die ehemalige Chefanklägerin des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag , Carla Del Ponte sowie die beiden früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl. Neben Abdullah II. erhielt in diesem Jahr auch die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste den zweigeteilten Preis.

In der krisengeschüttelten arabischen Welt gehört Jordanien zu den stabilsten Ländern. Abdullah II. ist in der Region einer der treuesten Verbündeten des Westens. So beteiligten sich jordanische Kampfflugzeuge an Luftangriffen der US-geführten Koalition gegen die IS-Terrormiliz. Weltweit wird der Monarch als gemäßigte Stimme geschätzt, die sich gegen jeden Extremismus ausspricht. Abdullah kam 1999 nach dem Tod König Husseins auf den Thron.

Menschenrechtler kritisieren die schlimme Lage vieler Flüchtlinge. Human Rights Watch beklagte Anfang September, die Behörden hätten fast die komplette Hilfe für rund 70 000 Menschen gestoppt.

LN

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