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Mattis ist Washingtons Garant für Berechenbarkeit

US-Verteidigungsminister Mattis ist Washingtons Garant für Berechenbarkeit

Bei der Münchner Sicherheitskonferenz in der kommenden Woche zieht ein Auftritt besonderes Interesse auf sich: James Mattis. Der US-Verteidigungsminister treibt einerseits die Rüstungsausgaben in die Höhe, gilt andererseits aber auch als Garant einer berechenbaren Politik Washingtons.

US-Verteidigungsminister James Mattis reist zur Sicherheitskonferenz nach München.

Quelle: imago stock&people

Washington. Als Donald Trump vor wenigen Tagen seine erste Regierungserklärung abgab, waren die verhärteten Fronten im Kongress gut zu beobachten. Geradezu frenetisch jubelten die Republikaner dem Präsidenten zu, während viele Demokraten mit verschränkten Armen auf ihren Sitzen saßen und grimmig zum Rednerpult schauten. Bei einer Passage gab es jedoch vom gesamten Parlament stehende Ovationen: als der Chef des Weißen Hauses die Verdienste des Pentagonchefs würdigte. Tatsächlich genießt der frühere General des Marine Corps quer durch beide große Parteien hohes Ansehen.

Seine Biografie ist vielen Amerikanern bestens bekannt: Mattis führte im ersten Irak-Krieg als Bataillonskommandeur einen Panzerverband so erfolgreich durch die Schlachtfelder, dass seine damaligen Strategien noch heute von jungen Offizieren an der Militärakademie von West Point studiert werden. Später kam er in Afghanistan und im zweiten Irak-Krieg als General zum Einsatz.

Mattis soll Trump von härterer Konfrontation gegen Nordkorea und Iran abgehalten haben

Respekt beim politischen Gegner erwarb sich Mattis vor allem aber in den vergangenen zwölf Monaten. Ohne sich offen gegen seinen Kabinettschef zu stellen, gelangen ihm einige spürbaren Kurskorrekturen: So gestand Trump im vergangenen Jahr öffentlich ein, die Truppenaufstockung in Afghanistan zu bewilligen, obwohl er persönlich davon nicht restlos überzeugt sei. Mittlerweile stehen wieder 15.000 US-Soldaten am Hindukusch - fast doppelt so viele wie am Ende der Amtszeit von Barack Obama.

Andererseits soll es Mattis gewesen sein, der den „Commander in Chief“ davon abhielt, gegen den Iran und gegen Nordkorea eine größere militärische Drohkulisse aufzubauen. Außerdem sorgte der 67-Jährige für eine Neubewertung der Situation in mehreren afrikanischen Staaten. Dass das US-Militär den Kampf gegen somalische Kriegsfürsten wieder verstärkt aufnimmt, bringt ihm selbst im linken Flügel der US-Politik Zustimmung ein.

Neue Nuklearstrategie sorgt für scharfe Kritik

Umstritten ist dagegen die grundsätzliche Neuausrichtung der amerikanischen Militärstrategie. So hält es Mattis für eine Fehlentwicklung, wenn sich die US-Armee weltweit auf den Antiterrorkampf konzentriert und ihre Fähigkeit verliert, einen bewaffneten Großkonflikt zu führen. „Wir müssen der Wirklichkeit ins Auge sehen und die Welt so sehen, wie sie ist, und nicht so, wie wir es uns wünschen“, sagte Mattis kürzlich bei einer Veranstaltung in Washington mit Blick auf China und Russland. Die beiden Großmächte hätten in den vergangenen Jahren zu einem enorm Sprung angesetzt und ihre militärischen Fähigkeiten geradezu revolutioniert. Mit Hilfe seiner neuesten Raketen sei das chinesische Militär beispielsweise in der Lage, sogar US-Flugzeugträger zu versenken. Russland wiederum hätte nicht zuletzt im Bereich der Mittelstreckenraketen und bei der Luftverteidigung spürbar aufgeholt.

Seine schärfste Kritik handelt sich Mattis allerdings mit der neue Nuklearstrategie ein, die in diesen Tagen bekannt wurde. Demnach will das Pentagon einige Atomsprengköpfe von U-Boot-gestützten Langstreckenraketen umrüsten, um Raketen mit geringerer Sprengkraft vorzuhalten. Der Verteidigungsminister betont, dass es sich bei diesem Vorhaben nur um ein Teilstück der Abschreckungsstrategie handele.

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN), die gerade erst vor wenigen Wochen mit dem Friedensnobelpreis geehrte wurde, hält den Richtungswechsel dagegen für hochgefährlich. So schreibt ICAN-Direktorin Beatrice Fihn: „Wir sehen einen massiven Versuch, Atomwaffen aus den Bunkern zu holen und aufs Schlachtfeld zu verlegen.“

Von Stefan Koch/RND

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