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Politik im Rest der Welt Mauer, Zaun – wie realistisch sind Trumps Grenzpläne?
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20:21 19.11.2016

. Kaum ein Wahlkampfversprechen hat die eingefleischten Fans von Donald Trump so elektrisiert wie seine Pläne für eine „große, schöne, mächtige Mauer“ an der Grenze zu Mexiko. Bis zu 15 Meter hoch soll sie sein, aus Beton und Stahl, 3200 Kilometer lang. Allerdings sind die Mauerpläne teuer, kompliziert und könnten bisweilen sogar kontraproduktiv sein.

Antimigrantischer Schutzwall: So könnte Trumps Grenzmauer zwischen Mexiko und den USA mexikanischen Architekten zufolge aussehen. FOTO: ACTIONPRESS

„In einigen Gebieten kann es auch „etwas Einzäunung“ geben.Donald Trump zur Grenzsicherung nach Mexiko

In seinem ersten TV-Interview nach der Wahl machte Trump bereits erste Abstriche. Zwar halte er grundsätzlich an der Mauer fest, sagte er dem Sender CBS. In einigen Gebieten könnte es aber auch „etwas Einzäunung“ geben. Auch seine Republikaner arbeiten schon an einem Alternativplan, der eine Erweiterung des bestehenden Stahlzauns und mehr Personal für den Grenzschutz vorsieht.

Nach einer Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) könnte die Mauer bis zu 40 Milliarden US-Dollar kosten. Trump hatte im Wahlkampf immer wieder versprochen, er werde Mexiko dazu zwingen, für die Mauer zu zahlen. Die mexikanische Regierung weist das freilich weit von sich. „Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass sie nicht im Budget steht“, sagte Finanzminister José

Antonio Meade kürzlich.

New Yorks Ex-Bürgermeister Rudolph Giuliani, ein enger Berater Trumps, glaubt indes weiterhin an die Mauer. „Er wird seine Wahlversprechen nicht brechen“, sagte er zu CNN.

Auch ohne die Unterstützung des Kongresses könne Trump per Dekret das Budget der Einwanderungsbehörde umschichten.

Sicherheitsexperten geben allerdings zu bedenken, dass eine Mauer aus Beton dem Grenzschutz sogar schaden könnte, weil sie die Sicht der Beamten behindere. Sinnvoller sei eine Erweiterung des Stahlzauns, der bereits jetzt auf rund einem Drittel des Grenzverlaufs die USA von Mexiko trennt. Natürliche Barrieren wie der Rio Grande oder der Nationalpark Big Bend in Texas machten den Bau einer Mauer auf der ganzen Strecke zudem unnötig. „Da reicht ein Beobachtungsballon hier und da“, glaubt der republikanische Abgeordnete Louie Gohmert.

Außerdem lauern juristische Fallstricke. Teile des Grenzgebiets stehen unter Naturschutz, andere sind in Privatbesitz. Ein 75 Meilen langer Abschnitt zwischen dem US-Bundesstaat Arizona und Mexiko wird von dem Indianerstamm Tohono O'odham verwaltet. „Nur über meine Leiche baut hier irgendwer eine Mauer“, sagte deren Sprecher Verlon Jose.

Mexikaner kommen meist aus wirtschaftlichen Gründen in die USA. Eine sinkende Geburtenquote, bessere Chancen in Mexiko und eine schleppende US-Wirtschaft haben allerdings dazu geführt, dass die Netto-Einwanderung von Mexikanern in die USA bereits seit 2012 negativ ist. Die Migranten aus Mittelamerika hingegen dürften sich auch von einer Mauer nicht aufhalten lassen. Guatemalteken, Honduraner und Salvadorianer fliehen vor blutigen Bandenkämpfen. Für sie geht es oft ums Überleben.

Im Kampf gegen illegale Einwanderung könnte die Mauer sogar kontraproduktiv sein. „Eine stärkere Grenzsicherung erhöht die Kosten eines illegalen Grenzübertritts, was dazu führt, dass die Menschen länger in den USA bleiben müssen, um die Reise profitabel zu machen“, sagt der Soziologe Douglas Massey von der Uni Princeton.

Zwischen 1986 und 2010 haben die USA 35 Milliarden Dollar in mehr Grenzsicherheit investiert – ohne messbaren Erfolg. Heute leben elf Millionen Menschen illegal in den USA. „Die Ausgaben für die Militarisierung der Grenze haben zu einem Wachstum der illegalen Einwanderung geführt“, sagt die Harvard-Soziologin Mary Waters. „Wenn wir einfach nichts getan hätten, wäre die Zahl der Einwanderer ohne Papiere geringer.“

Denis Düttmann

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