Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Mehr Flüchtlinge erreichen Griechenland
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Mehr Flüchtlinge erreichen Griechenland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:56 19.03.2016
Anzeige
Athen

Angesichts des Flüchtlingspakts zwischen der EU und der Türkei richtet sich Griechenland auf einen bürokratischen Kraftakt ein. „Unternehmen Mammut nach der Einigung“, titelte die konservative Athener Zeitung „Kathimerini“.

Regierungschef Alexis Tsipras versprach, die EU werde 2300 Experten zur Unterstützung schicken. Von diesem Sonntag an sollen nach dem Beschluss des EU-Türkei-Gipfels etwa Flüchtlinge, die illegal nach Griechenland übersetzen, künftig in die Türkei zurückgeschickt werden können. Zunächst setzten aber wieder mehr Menschen auf die griechischen Inseln über.

In den vergangenen 24 Stunden setzten nach Angaben des Krisenstabs 1498 Flüchtlinge von der Türkei auf die griechischen Inseln über. Am Freitag waren 670 und am Donnerstag 239 Menschen ins Land gekommen. Insgesamt befänden sich 47 536 registrierte Flüchtlinge in Griechenland. In der Meerenge von Lesbos patrouillierte das Flaggschiff der Nato-Flotille, das deutsche Versorgungsschiff „Bonn“.

Nach Einschätzung eines Offiziers der griechischen Küstenwache könnte die Zunahme der Flüchtlingszustroms mit der Angst der Menschen zusammenhängen, sie müssten nach dem Flüchtlingspakt zwischen der EU und Ankara länger in der Türkei auf ihre Weiterreise warten. „Sie wollen - koste es, was es wolle - nach Griechenland und damit in die EU kommen“, sagte der Offizier auf der Insel Chios. Mit Blick auf die beschlossenen Asyl-Schnellverfahren zeigte er sich skeptisch: „Das schaffen wir nicht“, sagte er. Regierungschef Tsipras kündigte an, die ersten EU-Experten würden noch am Wochenende erwartet.

Dramatisch bleibt die Situation im Elendskamp von Idomeni nahe der Grenze zu Mazedonien. „Wir machen uns Sorgen, dass es zu Gewaltausbrüchen oder sogar zu einem Ansturm auf den mazedonischen Zaun kommen könnte“, sagte ein Polizeioffizier aus der Provinzhauptstadt Kilkis der Deutschen Presse-Agentur. Der Krisenstab schätzt, dass in Idomeni etwa 10 500 Menschen ausharren.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat sich für eine Abschaffung der parlamentarischen Immunität von Abgeordneten ausgesprochen.

20.03.2016

Unions-Fraktionschef Volker Kauder sieht Europa nach dem EU-Gipfel in „der schwersten Bewährungsprobe seiner Geschichte“ handlungsfähig und gestärkt.

19.03.2016

Die Große Koalition will langjährig Beschäftigten eine Mindestrente oberhalb der Sozialhilfe garantieren. Das berichten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) unter Berufung auf Regierungskreise.

19.03.2016
Anzeige