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Politik im Rest der Welt Merkel auf schwieriger Mission in Afrika
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Merkel auf schwieriger Mission in Afrika
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22:12 08.10.2016

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekommt für ihre Afrika-Strategie in der Flüchtlingskrise offenbar Gegenwind aus Brüssel. Anders als die deutsche Regierungschefin wolle die EU-Kommission keine Flüchtlingsabkommen mit nordafrikanischen Staaten nach Vorbild des EU-Türkei-Pakts schließen, berichtet der „Spiegel“.

Die Kanzlerin fährt heute für drei Tage nach Mali, Niger und Äthiopien, es ist ihr erster Besuch auf dem afrikanischen Kontinent seit dem Jahr 2011. Am Mittwoch und Freitag sind dann der Präsident des Tschad, Idriss Déby Itno, und Nigerias Staatschef Muhammadu Buhari in Berlin zu Gast. Merkel forderte Europa vor ihrer Reise auf, sich stärker des Nachbarkontinents anzunehmen.

„Ich glaube, dass wir uns sehr viel stärker noch für die Geschicke Afrikas interessieren müssen“, sagdie Kanzlerin gestern in ihrem Video-Podcast. „Das Wohl Afrikas liegt im deutschen Interesse.“

Afrika sei „ein junger Kontinent mit einem großen Bevölkerungswachstum“, sagte Merkel. „Die Bevölkerung wird sich in den nächsten 35 Jahren verdoppeln von 1,3 Milliarden Menschen auf 2,6 Milliarden.“

Um die Zahl der Flüchtlinge in Europa zu verringern, will Merkel stärker Fluchtursachen in Afrika bekämpfen. Zudem strebt sie nach dem Vorbild des Flüchtlingspakts mit der Türkei eine Zusammenarbeit mit den Transitländern im Norden Afrikas wie Ägypten an.

Das sieht die EU-Kommission aber offenbar kritisch. EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn intervenierte laut „Spiegel“ deswegen bei Kanzleramtschef Peter Altmaier. Es sei kontraproduktiv, diesen Vergleich immer wieder ins Gespräch zu bringen, soll Hahn kritisiert haben. Das im März geschlossene EU-Türkei-Abkommen sieht vor, dass die Türkei im Gegenzug für EU-Hilfen zur Versorgung der drei Millionen Flüchtlinge im Land alle Migranten zurücknimmt, die von der türkischen Küste auf die griechischen Ägäis-Inseln übersetzen. Zudem sollen die Schlepper bekämpft werden.

LN

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