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Politik im Rest der Welt Minister plant den „schlauen Joghurt“
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18:28 09.07.2016

. Verbraucher sollen nach Plänen von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bei leicht verderblichen Lebensmitteln besser über die Haltbarkeit informiert werden. Schmidt sagte der „Rheinischen Post“, dass es künftig neben dem bekannten Mindesthaltbarkeitsdatum auch ein „Verbrauchsverfallsdatum“ geben werde. Damit sollen Verbraucher „einen Korridor erkennen können zwischen Mindesthaltbarkeit und dem tatsächlichen Verfall eines Produkts“.

Der Anlass für die Minister-Initiative: Viele Verbraucher interpretierten die Mindesthaltbarkeit als Verfallsdatum und schmissen nach Ablauf zum Beispiel einen noch genießbaren Joghurt ungeöffnet weg, sagte Schmidt. „Das muss nicht sein“, so der Minister. „Wir werfen massenweise gute Lebensmittel weg, weil die Hersteller zu große Sicherheitspuffer eingebaut haben.“

Bei dauerhaft haltbaren Produkten wie Nudeln oder Kaffee soll das Mindesthaltbarkeitsdatum nach Schmidts Plänen gänzlich wegfallen. Derzeit landen den Angaben zufolge in Deutschland jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – diese Zahl will Schmidt bis 2030 halbieren.

Sein Ministerium hatte bereits 2012 ermitteln lassen, dass jedes achte Lebensmittel, das gekauft wird, im Müll landet – viele noch in Originalverpackung. Pro Kopf und Jahr sind das etwa zwei volle Einkaufswagen mit Lebensmitteln im Wert von 235 Euro.

Am häufigsten im Müll landen laut Studie Obst und Gemüse (44 Prozent), Backwaren (15 Prozent), Speisereste (12 Prozent) und Milchprodukte (8 Prozent). Dabei verbrauchen einige Lebensmittel viel Energie bei der Herstellung: In die Produktion von einem Kilo Käse beispielsweise fließen 5000 Liter Wasser.

Der Landwirtschaftsminister erwägt auch neue Methoden, die Haltbarkeit zu deklarieren. So könnte ein Joghurt sein Verfallsdatum künftig selbst bemerken. „Nach meiner Vorstellung wären zum Beispiel sensitive Folien auf den Deckeln von Joghurtbechern nützlich, die farblich anzeigen, ob das Produkt noch genießbar ist oder nicht. “ Für die Forschung zur Entwicklung intelligenter Verpackungen wie für den Joghurt stellt Schmidts Ministerium demnach zehn Millionen Euro zur Verfügung.

Allerdings könne Deutschland den „schlauen Joghurt“ nicht allein einführen, die EU müsse mitmachen. Auf den deutschen Vorschlag zur Weiterentwicklung des Haltbarkeitsdatums habe die EU-Kommission „grundsätzlich offen“ reagiert, sagte Schmidt.

LN

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