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Mit Gauck geht auch die „First Freundin“

Berlin Mit Gauck geht auch die „First Freundin“

Daniela Schadt setzte an der Seite des Bundespräsidenten eigene Akzente – und hatte Einfluss, ohne ihn zu strapazieren.

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Bald Zeit für Zweisamkeit: Daniela Schadt und Joachim Gauck.

Quelle: Fotos: Dpa

Berlin. Jahrzehntelang hat Daniela Schadt als Journalistin gearbeitet, zuletzt war sie bei der Nürnberger Zeitung Ressortleiterin der Innenpolitik. An der Seite von Bundespräsident Joachim Gauck hat die 56-Jährige Block und Stift beiseite gelegt und vor allem eines gemacht: zuhören. Ehrenämter, Staatsbesuche und Schirmherrschaften wurden ihr Fulltime-Job, ihr Wort hat beim Staatsoberhaupt Gewicht. Neugierig wie eine Reporterin ist sie geblieben.

Wenn die deutsche Schirmherrin von Unicef etwa in Ländern wie Jordanien oder Ukraine unterwegs ist, kann der Tross sicher sein: Daniela Schadt hat alles gelesen, was sie unter die Finger bekommt und wird den Raum nicht verlassen, bis auch die letzte Flüchtlingsfrau ihr erzählt hat, was sie bedrückt.

Kürzlich war Daniela Schadt mit ihrem „Jochen“ noch Hand in Hand beim Staatsbesuch in China unterwegs. Der einstige Stasi-Aufklärer aus dem Osten und die 20 Jahre jüngere Journalistin aus dem Westen sind seit 2000 ein Paar.

Als Gauck 2012 nach Christian Wulffs Debakel Präsident wurde, da hatten viele noch Schadts Vorgängerin Bettina Wulff vor Augen. Sie hatte ein eher unglückliches Buch über ihre Zeit als First Lady veröffentlicht.

Mit Schadt ist es ruhiger um Schloss Bellevue. Es gab ein bisschen Getuschel um Deutschlands „First Freundin“ („Welt“), weil Gauck auf dem Papier noch mit seiner früheren Frau verheiratet ist. Das Gerede legte sich.

First Lady, das klingt immer noch nach Haarspray und Blättern, die man beim Friseur liest. Daniela Schadt ist in dieser Riege eine der handfesten Typen. Sie scheut sich weder vor Bier aus der Dose noch vor sehr langen Powerpoint-Vorträgen von Schuldirektorinnen. Wie eine Politikerin kann sie sehr ausführlich über die Welt im Allgemeinen und die Medien im Speziellen referieren.

Und ihr Einfluss auf den Präsidenten? „Auf Frau Schadts Einschätzung legt Gauck allergrößten Wert. Was ihr politisch nicht einleuchtet, das kriegt man auch bei ihm nicht durch“, wird ein Vertrauter des Präsidenten in einem Buch zitiert.

Sie selbst sieht sich nicht als graue Eminenz, die ihrem Mann etwas einflüstert. An den „Klops“, das Gedränge aus Menschen und Kameras rund um den Präsidenten, hat sie sich gewöhnt. Was die gebürtige Hanauerin in den Jahren als First Lady überrascht hat? Dass man in den Abläufen gar nicht so „eingeklemmt“ sei, sagte sie auf einer Reise in die Ukraine. „Man kann einigermaßen normal bleiben bei der ganzen Angelegenheit.“ Ob und wann sie in ihren alten Beruf zurückkehrt, ist noch nicht bekannt.

Welche Rolle Schadt bei der jüngsten Entscheidung Gaucks spielte, wird ihr wohl nicht zu entlocken sein. Wenn sie aus dem Nähkästchen plaudert, dann harmlos. Der Bundespräsident sei beim Füllen einer Weihnachtsgans ein sehr begabter „Halbchirurg“, erzählte sie mal. Dank ihr weiß man, dass bei Gaucks die „Heute Show“ läuft. Deren Macher haben sich gerade in die TV-übliche Langzeit- Sommerpause verabschiedet. Ob Gaucks Abschieds-Ankündigung danach noch ein satireträchtiges Thema sein wird, können die präsidialen Fans erst einmal in Ruhe abwarten.

Engagiert in den Grenzen des Protokolls

Repräsentieren und Empfangen von Staatsgästen, moralisches und gesellschaftliches Vorbild im unbezahlten Ehrenamt: Offiziell findet jede Tätigkeit einer deutschen First Lady – „First Gentlemen“ gab es mangels weiblicher Staatsoberhäupter bisher nicht – ihre Grenzen im strengen Rahmen des Protokolls.

Marianne von Weizsäcker bezeichnete einst das Reisen und die damit verbundene Disziplin als „Hochleistungssport“. Nicht nur auf Reisen setzten Präsidentengattinnen wie Mildred Scheel mit ihrer „Deutschen Krebshilfe“ oder Daniela Schadt mit ihrem Unicef-Engagement jeweils eigene Akzente.

LN

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