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Politik im Rest der Welt NRW-SPD mit Neustart und neuem Landeschef
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20:24 10.06.2017

Einen Monat nach der unerwartet krachenden SPD- Niederlage bei den Landtagswahlen versuchen sich die Rhein-und-Ruhr-Sozis neu aufzustellen. Der dafür einberufene außerordentliche Landesparteitag in Duisburg soll als Startrampe für den designierten Nachfolger der noch am Wahltag von allen Ämtern zurückgetretenen Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Michael Groschek dienen. Groschek wurde mit rund 86 Prozent der 411 gültigen Stimmen gewählt.

Der neue Parteichef startete im Namen der Parteispitze mit einer Entschuldigung für die Niederlage bei der Landtagswahl. Die Wahl Mitte Mai sei nicht an der Basis verloren worden, sondern von den Verantwortlichen in Partei, Landtagsfraktion und Kabinett, sagte er gestern in Duisburg.

„Wir haben die Karre vor die Wand gefahren, weil wir uns zu sicher waren und nicht glaubten, dass Armin Laschet Hannelore Kraft besiegen kann“, sagte der 60-jährige noch amtierende Bauminister vor rund 500 Delegierten. Die Partei müsse die Basis wieder stärker einbeziehen und alltagstaugliche Lösungen für die Probleme der Menschen liefern – in der Entschuldigung klang auch Kritik an der vielleicht allzu selbstgewissen Hannelore Kraft an, die sich auch aus den sozialen Medien verabschiedet und aus der Öffentlichkeit zurückziehen will, wie es hieß. Mit nur 31,2 Prozent hatte Kraft das schlechteste Ergebnis eingefahren, das die SPD jemals bei Landtagswahlen in NRW geholt hat. Auch beim Parteitag in Duisburg war die 55-Jährige nicht anwesend.

Das negative Rekordergebnis hat auch den kurz vor der Wahl inthronisierten Kanzlerkandidaten und SPD-Chef Martin Schulz in Schieflage gebracht, der insbesondere nach der NRW-Pleite seiner Partei, die zuvor schon im Saarland und in Schleswig-Holstein gepatzt hatte, in den Umfragen wieder in den demoskopischen Sinkflug überging: Von kurzzeitig über 30 Prozent und sogar einer leichten Führung vor Merkels Union sackte der Hoffnungsträger bleischwer auf nunmehr 24 Prozent mit einer uneinholbar entfernt wirkenden CDU bei 38 Prozent – und ist damit wieder in dem Umfragen-Keller gelandet, aus dem schon die Kandidaten Steinmeier, Steinbrück und Sigmar Gabriel die SPD nicht mehr führen konnten.

LN

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