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Politik im Rest der Welt Nach Bomben von Dortmund: Rätsel um Bekennerschreiben
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20:13 15.04.2017

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund prüfen die Ermittler ein weiteres angebliches Bekennerschreiben mit rechtsextremen Parolen. Die Sicherheitsbehörden bezweifeln aber, ob der oder die Verfasser tatsächlich etwas mit den Explosionen zu tun haben, wie die Deutsche PresseAgentur gestern aus Sicherheitskreisen erfuhr. Für eine abschließende Bewertung sei es jedoch zu früh. Aber selbst wenn die Mail von einem Trittbrettfahrer stamme, werde sie ernst genommen.

Die angebliche Bekenner-Mail war am Donnerstagabend beim Berliner „Tagesspiegel“ eingegangen. Der anonyme Verfasser bezieht sich auf Adolf Hitler, hetzt gegen „Multi Kulti“ und droht mit einem weiteren Angriff. In der Mail wird die Asyl- und Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf attackiert.

Eine Sprecherin des Bundeskriminalamts wies Spekulationen zurück, die Spur des Sprengstoffs führe zur Bundeswehr. Die „Welt am Sonntag“ hatte Ermittlerkreise mit den Worten zitiert: „Der Sprengstoff in den Rohrbomben, die mit Metallstiften gefüllt waren, stammt eventuell aus Beständen der Bundeswehr. Aber das wird noch geprüft.“ Inzwischen wurden dem Blatt zufolge rund 100 Kriminalbeamte zu einer Sonderermittlungsgruppe zusammengefasst – der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) „Pott“.

Gleich nach dem Anschlag waren am Tatort drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischen Bezügen entdeckt worden. Es wird aber bezweifelt, dass diese von Islamisten stammen. Ermittelt wird auch in Richtung von Rechtsextremisten, gewaltbereiten Fußballfans und Allgemein-Kriminellen. Bei einem weiteren angeblichen Bekennerschreiben, in dem ein linksextremistischer Hintergrund behauptet wurde, bestehen nach Einschätzung der Ermittler starke Zweifel an der Echtheit.

Borussia-Dortmund-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte kurz nach dem Anschlag erwogen, sein Team aus der Champions League zurückzuziehen. „Aber dann wäre es für die Täter ein Sieg gewesen“, sagte er dem „Spiegel“.

LN

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