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Politik im Rest der Welt Hubschrauber suchen Rakete von Nato-Kampfjet
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13:56 08.08.2018
Zwei deutsche Eurofighter (nicht identisch mit dem spanischen Kampfjet) während eines Luftwaffentrainings. Quelle: Ariel Schalit/AP/dpa
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Tallinn

Die estnische Armee hat am Mittwoch weiter nach einer Luft-Luft-Rakete gesucht, die von einem spanischen Nato-Kampfjet versehentlich über dem Baltenstaat abgefeuert wurde. Es seien mehrere Hinweise eingegangen, die nun überprüft werden, teilte ein Armeesprecher mit. Gesehen worden sei der Flugkörper vom Typ Amraam demnach nicht. Dafür sei am Dienstagnachmittag ein lautes Geräusch gehört worden. Auch die Tageszeitung „Postimees“ zitierte auf ihrer Webseite mehrere Esten, die einen ungewöhnlich lauten Knall vernommen haben.

Fünf bis zehn Kilo Sprengstoff in Rakete

Der spanische Eurofighter hatte nach Armeeangaben den scharfen Flugkörper am Dienstagnachmittag aus bisher nicht bekannten Gründen unbeabsichtigt im Luftübungsgebiet nahe der südestnischen Stadt Otepää gestartet. Die mit bis zu zehn Kilogramm Sprengstoff gefüllte Rakete besitzt einen eingebauten Selbstzerstörungsmodus. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass sie auf dem Boden gelandet sei. Die Rakete wird mit Hilfe mehrerer Hubschrauber gesucht.

Estlands Ministerpräsident Juri Ratas bezeichnete den Vorfall auf Facebook als „extrem bedauernswert“. Auch Verteidigungsminister Jüri Luik sprach von einem „äußerst seltenen und bedauerlichen Vorfall“.

Bis zur Aufklärung bleibt der abgestellte Kampfjet am Boden

Wie es dazu kommen konnte, werde bereits eingehend untersucht. Bis zur Aufklärung der Ursache werden die zur Luftraumüberwachung des Baltikums abgestellten spanischen Kampfjets am Boden bleiben, sagte Luik der Zeitung „Postimees“. Die Aufgabe soll stattdessen von portugiesischen Nato-Kampfjets übernommen werden.

Die an Russland grenzenden Nato-Staaten Estland, Lettland und Litauen haben keine eigenen Kampfjets. Deshalb sichern die Verbündeten im Zuge des „Nato Air Policing Baltikum“ schon seit 2004 den baltischen Luftraum. Dafür sind derzeit spanische und portugiesische Kampfjets in Siauliai (Litauen) und Ämari (Estland) stationiert.

Alexander Neu, Obmann der Linke-Fraktion im Verteidigungsausschuss, sagte, es sei schockierend, „dass ein ‚Eurofighter’ an der hochsensiblen NATO-Außengrenze eine scharfe Luft-Luft-Rakete mit tödlicher Sprengladung verschossen hat“. Dies zeige, wie gefährlich die Nato-Präsenz an der Grenze zu Russland ist. „Auch angesichts der Tatsache, dass die Luftwaffe der Bundeswehr wiederholt Teil des Air-Policing über dem Baltikum ist, fordere ich eine umfassende Aufklärung des Vorfalls. Notwendig sind vertrauensbildende Maßnahmen mit Russland, ein Abzug aller westlichen Kampfjets aus dem Baltikum und als erster Schritt ein Ende der bewaffneten Patrouillenflüge.“

Von RND

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