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Politik im Rest der Welt Neue Eskalation: Ukraine berichtet von Schüssen Russlands
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22:09 25.11.2018
Zwischen Russland und der Ukraine kommt es zu neuen Eskalationen. Quelle: imago/ITAR-TASS
Kertsch

Im Meer vor der Halbinsel Krim ist es am Sonntag zu einer Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland gekommen. Die ukrainische Marine teilte mit, ihre Schiffe seien von russischer Seite beschossen und geentert worden. Zwei Besatzungsmitglieder wurden demnach verletzt. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko berief eine Krisensitzung mit der Spitze des Militärs ein. Russland äußerte sich zunächst nicht zu dem angeblichen Beschuss.

Auslöser war der Versuch von drei ukrainischen Marineschiffen, die Meerenge von Kertsch zu passieren, die das Schwarze Meer vom Asowschen Meer trennt. Nach ukrainischen Angaben wurde eines der Schiffe, ein Schlepper, dabei von der russischen Küstenwache gerammt. Anschließend blockierte ein russischer Tanker die Meerenge und schnitt damit die ukrainische Ostküste vom Schwarzen Meer ab. Am Abend sollen schließlich die drei Schiffe geentert worden sein.

Gegenseitige Beschuldigungen

Nach Darstellung der russischen Küstenwache durchfuhren der Schlepper und die beiden Artillerieschiffe ohne Erlaubnis russische Hoheitsgewässer. Der russische Geheimdienst FSB beschuldigte die ukrainische Marine, Russland provoziert zu haben. Deren Ziel sei, „eine Konfliktsituation in der Region zu schaffen“, verlautete russischen Nachrichtenagenturen zufolge vom FSB.

Die ukrainische Marine hingegen erklärte, Russland sei vorab über die geplante Reise der drei Schiffe von Odessa nach Mariupol informiert worden.

Die Meerenge liegt zwischen der Krim und dem russischen Festland. Seit Monaten haben die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland zugenommen, das 2014 die Krim von der Ukraine annektiert hat. Seither versucht Russland, sein Einflussgebiet um die Halbinsel auszuweiten.

Eine anhaltende Sperrung der Meerenge für zivile Schifffahrt käme einer wirtschaftlichen Blockade der ukrainischen Städte am Asowschen Meer gleich. Dort befinden sich strategisch wichtige Städte wie eben Mariupol. Von allen Städten unter der Kontrolle der ukrainischen Regierung liegt sie den abtrünnigen Gebieten im Osten des Landes am nächsten. Die abtrünnigen Gebiete stehen unter der Kontrolle von Rebellen, die von Russland unterstützt werden.

Von RND/AP