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Politik im Rest der Welt Neue Studie: Bei Bildung geht es nur in Zeitlupe voran
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22:10 24.06.2013
Berlin

Eines der Ergebnisse: Nach wie vor entscheidet oft die soziale Herkunft über den Schulerfolg, um die Durchlässigkeit ist es nicht gut bestellt. Auf einen Schüler, der in der Mittelstufe von einer niedrigeren auf eine höhere Schulart wechselt, kommen 4,2 Wechsel in umgekehrter Richtung. „Insgesamt geht es mit der Chancengerechtigkeit leider nur im Schneckentempo voran“, klagt Jörg Dräger von der Bertelsmann-Stiftung. Die Ergebnisse aus dem Schuljahr 2011/12 wurden dabei mit 2009/10 verglichen.

Erfreulich war die Zunahme der Schulabgänger mit Hochschulreife auf 51,1 Prozent des Jahrganges. Schleswig-Holstein liegt mit 47,4 Prozent im Mittelfeld, NRW mit fast 60 Prozent ganz vorn.

Auch ging der Anteil der Schulabbrecher bundesweit von 6,9 auf 6,2 Prozent zurück. Die wenigsten Abgänger ohne Hauptschulabschluss hat das Saarland mit 4,8 Prozent, die meisten Mecklenburg-Vorpommern mit 13,3 Prozent. Schleswig-Holstein liegt auch hier mit sieben Prozent unverändert im Mittelfeld.

Stagnation herrscht beim Kompetenzerwerb, untersucht wurde das Leseverständnis. Das Niveau der Viertklässler war etwa so hoch wie vor zehn Jahren, wobei die soziale Herkunft eine besondere Rolle spielt. Überdurchschnittlich gut lesen können Schüler in Bayern, unterm Schnitt liegen die aus Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern.

Der Anteil der Schüler im „Ganztagsbetrieb“ stieg bundesweit nur von 26,9 auf 28,1 Prozent. Schleswig-Holstein rangiert hier mit 25,2 Prozent eher am Ende.

Gleichwohl sieht man sich in Kiel auf gutem Weg: Die Studie basiere noch auf einer Grundlage, die andere Landesregierungen geschaffen hätten, hieß es aus dem Haus von Bildungsministerin Wara Wende.

Mehr Oberstufen für Gemeinschaftssschulen sollten deutlich machen, „dass das Abitur kein exklusives Angebot der Gymnasien ist“ und alle Wege dorthin gleichwertig seien. „Flex-Klassen“, in denen Schüler die Jahrgänge 8 und 9 auch in drei Jahre bewältigen können, Berufspraktika und „gezieltere Kompetenzermittlung“ sollen die Quote der Schüler ohne Abschluss verringern.

Drägers Schlussappell: Fortschritte bei der Chancengerechtigkeit seien nicht zuletzt eine Frage von Investitionen in Bildung. Für zentrale Reformen wie Ausbau der Kitas und Ganztagsschulen, Lehrerbildung oder Inklusion fehle den Ländern jedoch oftmals das Geld.

Reinhard Zweigler

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