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Neue Wirtschaftsstudie: So tickt der Wähler

Berlin Neue Wirtschaftsstudie: So tickt der Wähler

Die SPD könnte mit „Gerechtigkeit“ punkten – aber die umworbenen Arbeiter sind zur AfD abgewandert. Und: Ihre Wähler sind ganz wie die der Union.

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Sozialdemokratisches Trugbild: In Wahlgrafiken ist Umfragen zufolge keine rote Mehrheit zu erwarten.

Berlin. . Mit aller Kraft stemmt sich SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz gegen eine sich abzeichnende weitere Pleite bei den Bundestagswahlen. Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) über die Wählerstrukturen könnte ihm einerseits Hoffnung machen: Das Gefühl sozialer Ungerechtigkeit in der Gesellschaft ist weitverbreitet. Andererseits: Die von der SPD umworbenen Arbeiter haben sich vielfach von der SPD verabschiedet – hin zur AfD. Und: Bisherige Nichtwähler, die sich zu den wirtschaftlich Abgehängten rechnen, dürften nur schwer zu motivieren sein, diesmal wieder zur Wahl zu gehen.

Die SPD habe sich zu einer „Rentner-und Angestelltenpartei“ entwickelt. Eine Folge: „Die Wählerschaft von Union und SPD ähneln sich immer mehr“, so DIW- Forschungsdirektor Alexander Kritikos. Auch beim Altersdurchschnitt: Das Durchschnittsalter der SPD-Wähler liegt inzwischen bei 52,8 Jahren, exakt der gleiche Wert ergibt sich für die Union. Besonders bitter für die einstige „Fortschrittspartei“ SPD: Die Union konnte mehr junge Leute neu an sich binden als sie.

Nur noch gering sind der DIW-Studie zufolge die Unterschiede auch bei Ausbildung, Stellung im Beruf und beim Einkommen. Bei solcher Nähe könnten sich Chancen ergeben, der jeweils anderen Partei Stimmen abzujagen. Bisher aber konnte die SPD als klare Alternative nicht überzeugen – abgesehen von einem kurzenHöhenflug, als Martin Schulz andeutete, die SPD könnte sich vom Hartz-IV-Pesthauch freimachen.

„Über alle Wählergruppen hinweg überwiegt die persönliche Zufriedenheit mit der eigenen materiellen Lage“, fasst der Mitautor der Studie, Karl Brenke, die Einschätzungen der Befragten zusammen. Der überwiegende Teil der Wahlberechtigten fühle sich gerecht behandelt. Allgemein ist aber die Zufriedenheit weit weniger ausgeprägt.

Beim Blick auf die Wählerschaft der AfD falle auf, dass sie „einen hohen Anteil an Beschäftigten mit einfachen Tätigkeiten“ habe. Zugleich gebe es einen ähnlich hohen Anteil (14 Prozent) an Selbstständigen wie bei der FDP (15 Prozent). Die FDP bleibt überwiegend die Partei der Gut- und Besserverdiener, die Linke neben der AfD die der wirtschaftlichen Verlierer der Globalisierung, die zu den 40 Prozent der Beschäftigten gehören, an denen die Lohnentwicklung seit 20 Jahren weitgehend vorbeigeht.

Große Sorgen bereitet mindestens der Hälfte der Wähler von Union, SPD, Grünen, Linken und AfD die Erhaltung des Friedens. Bei SPD, Linke und Grünen kommt noch Fremdenhass als Sorgenthema hinzu, bei den Grünen der Umweltschutz. Die AfD-Anhänger nennen sehr häufig die Zuwanderung nach Deutschland (82 Prozent) und die Kriminalität (71 Prozent) als Sorgenfelder.

Diese Daten stammen allerdings aus Befragungen des sozio-ökonomischen Panels 2015. Seitdem ist etwa die Zahl der ankommenden Flüchtlinge wieder zurückgegangen. Stattdessen beunruhigen Terroranschläge in europäischen Städten viele Menschen. Dennoch gilt für die Forscher: „Die Bundestagswahl wird, was die Sorgen angeht, nicht von der wirtschaftlichen Lage entschieden“, zeigt sich DIW- Forscher Brenke überzeugt. Dafür gehe es zu vielen Bürgern im Land in ihrer eigenen und von vielen Medien getragenen Wahrnehmung zu gut. „Das wird den Regierungsparteien in die Hände spielen.“ Für eine der Regierungsparteien gilt dies aber ironischerweise nicht: die nämlich, die seit 2013 den Wirtschaftsminister stellt.

Drei Millionen Erstwähler

Bei der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag am 24. September 2017 werden laut Schätzung des Statistischen Bundesamtes etwa 61,5 Millionen Deutsche wahlberechtigt sein, davon 31,7 Millionen Frauen und 29,8 Millionen Männer. Laut Bundeswahlleiter ist die Zahl der Wahlberechtigten damit voraussichtlich etwas geringer als 2013. Zu den Wahlberechtigten gehören etwa drei Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. Diese Zahl umfasst alle jungen Deutschen, die seit der letzten Bundestagswahl volljährig geworden sind.

mw

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