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Politik im Rest der Welt Obama wirbt für Toleranz und Reformen in Birma
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07:46 20.11.2012
Barack Obama und Hillary Clinton werden in Rangun begrüßt. Quelle: Lynn Bo Bo
Rangun

Bei einem umjubelten Besuch in dem jahrzehntelang von Militärs beherrschten Birma hat US-Präsident Barack Obama die Regierung zu weiteren demokratischen Reformen ermuntert.

Im Gespräch mit Präsident Thein Sein lobte Obama die eingeleitete demokratische Öffnung, warnte aber: „Es sind erst die ersten Schritte auf einem langen Weg.“ Nach einer Begegnung mit der jahrelang unter Hausarrest eingesperrten Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi bekräftigte er: „Unser Ziel ist es, der Demokratisierung weitere Schwungkraft zu geben.“

Der Präsident traf bei seinem sechsstündigen, als historisch eingestuften Besuch in dem südostasiatischen Land auch mit einigen erst vor kurzem freigelassenen politischen Gefangenen zusammen. Er forderte die Freilassung aller, die aus Gewissensgründen eingesperrt sind, sowie volle Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

Als seine Wagenkolonne am Morgen in die Innenstadt der Hauptstadt Rangun fuhr, säumten zehntausende Menschen die Straßen. Es gab spontane „Amerika“-Rufe und Plakate mit Herzen und der Aufschrift „Held“. Obama legte sogar einen Stopp am Wahrzeichen Birmas, der Shwedagon-Pagode, ein. Einem Ritual folgend Wasser goss er Wasser auf eine Buddha-Statue, um „elf Flammen“ zu löschen, etwa Wut, Hass, und Begierde.

Obama benutzte am Montag den offiziellen Namen von Birma: „Myanmar“. Als er den Besuch am Vorabend gegen Kritiker verteidigte, hatte er noch das von der einstigen Junta und auch der jetzigen Regierung verpönte englische „Burma“ benutzt.

An der Universität von Rangun fand Obama die eindringlichsten Worte. Er forderte mehrere hundert Zuhörer auf, den Vielvölkerstaat als Chance und nicht Bedrohung zu empfinden. In Birma werden Minderheiten nach Angaben von Aktivisten und Helfern weiterhin nicht geschützt. Die muslimischen Rohingya im Westen des Landes sind besonders diskriminiert, auch von Staatsseite. Buddhistische Mönche haben gegen die Integration dieser Minderheit demonstriert, dutzende Rohingya starben vor kurzem bei Unruhen. „Nationale Aussöhnung braucht Zeit, aber im Namen der Menschlichkeit und der Zukunft dieses Landes: Aufstachelung und Gewalt müssen aufhören“, mahnte Obama.

Dann wurde er persönlich: „Ich stehe als Präsident des mächtigsten Landes der Welt vor euch, wohl wissend, dass die Farbe meiner Haut mir einst selbst das Recht zum Wählen verwehrt hätte.“ Die Universität ist die Geburtsstätte der Unabhängigkeitsbewegung und mehrerer Studentenaufstände. 1962 schossen dort Soldaten Studenten nieder. Die Junta hatte den Campus vor mehr als 20 Jahren geschlossen und die Studenten in die Provinz oder zum Fernstudium gezwungen.

Obama reiste am Nachmittag nach Kambodscha weiter. Er wollte dort bis Dienstag am Gipfel der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean teilnehmen.

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