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Politik im Rest der Welt Papst Franziskus entlässt deutschen Kardinal
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20:12 01.07.2017
Rom

Kurz nach der Beurlaubung seines Finanzchefs George Pell wegen Kindesmissbrauchs-Vorwürfen trennt sich Papst Franziskus nun auch von dem deutschen Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Die Amtszeit des 69-Jährigen als Chef der mächtigen Glaubenskongregation werde nicht verlängert, gab der Vatikan gestern überraschend bekannt.

Kein Freund des Papstes: Kardinal Gerhard Ludwig Müller.

Nachfolger Müllers, der vor der Berufung an den Heiligen Stuhl zehn Jahre Bischof von Regensburg gewesen war, wird der bisherige Sekretär der Kongregation, der spanische Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer. Er ist wie Papst Franziskus Jesuit.

Es war bekannt, dass Franziskus und Müller nicht immer auf gleicher Linie lagen. Müller gilt als konservativer Hardliner, der grundlegende Reformen in der katholischen Kirche ablehnt.

Im März hatte eines der Missbrauchsopfer katholischer Geistlicher, Marie Collins, Müllers Kongregation beschuldigt, sich der Arbeit der päpstlichen Kommission zum Schutz von Kindern zu widersetzen.

Dieses „beschämende“ Verhalten sei der Grund, warum sie die Kommission verlassen habe, sagte die Irin. Müller hatte Ende Februar den Vorwurf systematischer Vertuschung von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche zurückgewiesen.

Der Theologe Wolfgang Beinert sagte, das Verhältnis zwischen Papst Franziskus und Müller sei von Anfang an nie sehr innig gewesen. „Das sind von der Chemie her zwei verschiedene Leute, die nicht zusammenpassen.“ Eine Ablösung Müllers als Chef der Glaubenskongregation im Vatikan sei eine „Strafe“. „Das ist eine Entlassung ins Nichts“, sagte der ehemalige Hochschulprofessor. „Wo wollen Sie so einen Mann hintun?“ Es gebe keine adäquate Lösung. Zumal Müller mit 69 Jahren für einen Kardinal recht jung und arbeitsfähig sei.

LN

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