Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Personalsorgen bei der Truppe
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Personalsorgen bei der Truppe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:20 19.12.2015
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, CDU

Die Bundeswehr verliert an Zulauf. Nur noch 9024 Jugendliche ließen sich im auslaufenden Jahr für den freiwilligen Wehrdienst rekrutieren — fast 1200 weniger als im Jahr davor. Der Rückgang lag bei rund zwölf Prozent. Das geht aus einem Schreiben des Bundesverteidigungsministeriums vom 20. November dieses Jahres an den Wehrbeauftragten der Bundesregierung, Hans-Peter Bartels, hervor. Das Papier liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vor.

Nach Antritt ihres Wehrdienstes verließen nochmals 1918 Rekruten auf eigenen Wunsch während der Probezeit die Truppe. Weitere 192 wurden durch die Bundeswehr aufgrund mangelnder körperlicher oder sonstiger Eignung entlassen. Damit gab fast jeder Vierte Freiwillige vorzeitig auf oder fiel durchs Sieb der Ausbildung. Der Anteil der Frauen lag zum Beginn des vierten Quartals bei 19 Prozent. Rund die Hälfte der Rekruten (48 Prozent) verfügt über Abitur, knapp jeder Dritte (29 Prozent) über einen Realschulabschluss.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) reagierte bereits auf den „geringeren Kapazitätenumfang in der Grundausbildung“. Sie wirbt in einer breit angelegten Kampagne um freiwillige Wehrdienstleistende. 10,6 Millionen Euro lässt sich die Ministerin die Aktion mit insgesamt 30.000 Plakaten kosten. Der freiwillige Wehrdienst kann zwischen sieben und 23 Monaten dauern.

Das erklärte Ziel des Verteidigungsministeriums besteht darin, Jugendliche über den Freiwilligendienst längerfristig als Zeitsoldaten an die Armee zu binden. Motto: „Kannst du in sieben Monaten fürs ganze Leben lernen?“ Zurzeit verlängert jeder zweite Freiwillige seine Grundwehrdienstzeit. 13 Prozent entschließen sich im Anschluss an ihre Grundausbildung, Zeitsoldat zu werden. „Die jungen Leute sollen die Bundeswehr austesten. Und dann überzeugen wir sie“, begründet ein Sprecher des Ministeriums die Kampagne.

Zurzeit gibt es in der Bundeswehr rund 178000 Soldaten. Neben Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen spricht sich auch der Wehrbeauftragte Bartels dafür aus, die Soll- Stärke von 185000 Soldaten anzuheben und die Bundeswehr zu vergrößern.

Jörg Köpke

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Albig schlägt rot-grüne Minderheitsregierung vor.

19.12.2015

SPD winkt ab — FDP-Vize Kubicki wirft Merkel gravierende Fehler vor.

19.12.2015

Flüchtlingsboot sank auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland.

19.12.2015
Anzeige