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Pfizer blockiert Einsatz seiner Mittel bei Todesstrafe

New York Pfizer blockiert Einsatz seiner Mittel bei Todesstrafe

Der Pharmakonzern will durch scharfe Kontrollen künftig verhindern, dass Todeskandidaten in US-Gefängnissen durch seine Medikamente sterben.

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Ein Foto der Todeszelle in der Huntsville Unit in Huntsville, Texas, aus dem Jahr 2000. Hier wurden Gefangene durch die Todesspritze hingerichtet. Der Pharmakonzern Pfizer will den Einsatz seiner Mittel für diese Zwecke beenden.

Quelle: Fotos: Dpa

New York. Hinrichtungen durch die Giftspritze dürften in den USA künftig kaum mehr möglich sein: Der Pharmakonzern Pfizer hat weitreichende Kontrollen beschlossen, um den Einsatz seiner Mittel bei Hinrichtungen in Zukunft auszuschließen. Auf offiziellem Weg können die Gefängnisbehörden damit nach Ansicht von Experten keine Medikamente mehr für ihre Giftspritzen erwerben. Pfizer sei das letzte von mehr als 20 europäischen und US-amerikanischen Unternehmen, das tödliche Injektionen mit seinen Pharmaprodukten verhindere, schrieb die „New York Times“ am Freitag.

Damit stehe den USA offiziell keines der von der Gesundheitsbehörde FDS zugelassenen Mittel mehr zur Verfügung. „Staaten, die Hinrichtungen durchführen, müssen nun auf den Schwarzmarkt gehen, wenn sie Medikamente für tödliche Injektionen erwerben wollen“, sagte Maya Foa von der Menschenrechtsorganisation „Reprieve“ dem Blatt.

Pfizer lehne den Einsatz seiner Produkte für tödliche Injektionen ab, teilte das Unternehmen mit. Für eine ausgewählte Gruppe von Produkten seien daher die Regeln für den Weiterverkauf verschärft worden. Dies solle verhindern, dass sie widerrechtlich für Hinrichtungen eingesetzt werden. Menschrechtsaktivisten lobten die Entscheidung.

Die EU beschränkt seit 2011 die Ausfuhr von Substanzen für Giftcocktails. Dies betrifft vor allem das Betäubungsmittel Natrium-Thiopental. Als Ersatz verwenden manche Bundesstaaten Pentobarbital. Die von Pfizer im vergangenen Jahr erworbene US-Pharmafirma Hospira stellt mehrere dieser Substanzen her. Pfizer will konkret den Einsatz von sieben Mitteln verhindern.

Versuche, auf andere Substanzen umzusteigen, hatten zu mehreren verpfuschten Hinrichtungen geführt. Anwälte von Todeskandidaten gingen vor Gericht gegen Bemühungen der Gefängnisbehörden vor, mit verdeckten Mitteln Präparate zu erwerben. Einige Bundesstaaten haben bereits dubiose Wege gefunden, an Medikamente heranzukommen. In den 32 US-Staaten mit Todesstrafe werden hauptsächlich Giftspritzen eingesetzt. Traditionell wurde ein Cocktail aus drei Mitteln verwendet – ein Betäubungsmittel und zwei, die den Herztod herbeiführen sollen.

In einigen Bundesstaaten sind nun der elektrische Stuhl oder Erschießungskommandos erlaubt, wenn die Medikamente für die Giftspritze nicht erhältlich sind. Die Probleme mit der Medikamentenbeschaffung sind ein Grund, warum die Zahl der Hinrichtungen in den USA in den vergangenen Jahren abgenommen hat.

Die Todesstrafe in den USA

Die USA sind einer von weltweit 25 Staaten, in denen zuletzt noch die Todesstrafe vollstreckt wurde.

Seit der Oberste Gerichtshof 1976 Hinrichtungen wieder zuließ, wurden 1436 Todesurteile vollstreckt (Stand 14. Mai).

Die meisten Exekutionen gab es seitdem in Texas (537), Oklahoma (112) und Virginia (111). 2016 wurden bislang 14 Häftlinge

hingerichtet (Stand 11. Mai)

1261 Menschen starben durch Giftinjektion, 158 auf dem elektrischen Stuhl, elf in der Gaskammer; drei wurden gehängt und drei erschossen.

Zuletzt saßen 2943 Todeskandidaten hinter Gittern, die meisten in Kalifornien (743), Florida (396) und Texas (263).

Mehr als 150 Häftlinge wurden bisher aus der Todeszelle entlassen, weil sich ihre Unschuld erwiesen hatte.

LN

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