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Politik im Rest der Welt Pflegekräfte weltweit gesucht
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22:15 11.09.2013

In deutschen Pflegeheimen könnte man künftig häufiger Spanisch, Chinesisch oder tunesisches Arabisch hören. Angesichts des dramatischen Fachkräftemangels wirbt die Bundesregierung im Ausland um Krankenschwestern und Altenpfleger. Parallel fördert die Bundesregierung zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit massiv die Umschulung zu Altenpflegekräften.

Eine gesteuerte Zuwanderung sei ein zusätzliches Mittel, um den Mangel auszugleichen, sagte die Sprecherin der Bundsagentur für Arbeit, Susanne Eikemeier. Allein in Spanien sind noch dieses Jahr sieben Werbe-Veranstaltungen im Gesundheitsbereich geplant. Auch in Griechenland, Italien, Portugal, Serbien, Bosnien-Herzegowina, den Philippinen, Tunesien und in China sind die staatlichen Werber unterwegs.

Laut dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) fehlen heute 30 000 Pflegekräfte. Bis 2020 müssten 220 000 zusätzliche Plätze besetzt werden. Die Bundesarbeitsagentur geht davon aus, dass bis 2020 bis zu 18 800 Kräfte fehlen. Im Schnitt kommen 39 arbeitslose Pflegekräfte auf 100 Stellen. In Süddeutschland erhalten Altenpfleger von Heimen schon einmal einen Smart, wenn sie die Stelle wechseln. Am schlimmsten ist der Mangel in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und in den großen Städten wie München, Hamburg oder Berlin. Nur in Thüringen und Sachsen gebe es noch freie Kräfte, sagte der BPA-Präsident Bernd Meurer.

Angesichts einer alternden Bevölkerung zieht die Nachfrage nach Pflegern stark an: So stieg die Zahl der Stellen für examinierte Pfleger laut der Bundesagentur für Arbeit seit August 2008 um 126 Prozent. 2012 waren in Deutschland 598 000 Altenpflegekräfte tätig, 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Zwischen 1999 und 2009 ist die Zahl der Beschäftigten sogar um 42 Prozent gestiegen.

Die Leute seien in den Herkunftsländern sehr gut ausgebildet. Vielfach würde in Deutschland aber schon bei der Einreise ein Sprachniveau, verlangt, das ausreichend wäre für ein Germanistikstudium.

„Mit einer Pflegekraft wollen Sie ja nicht über Goethe und Schiller diskutieren“, sagte Meurer.

Antje Schroeder

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