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Politik im Rest der Welt Polizei spricht von Terrorakt in Peking
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Polizei spricht von Terrorakt in Peking
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22:28 30.10.2013
Peking: Das Polizeiaufgebot vor dem Kaiserpalast wurde verstärkt.
Peking

Die Polizei in China hat den tödlichen Vorfall am Kaiserpalast in Peking als Terrorakt eingestuft. Fünf Verdächtige seien festgenommen worden, teilte die Polizei gestern mit.

Sie schrieb von einer „sorgsam vorbereiteten, organisierten, vorsätzlichen, gewalttätigen Attacke“. In dem ausgebrannten Wagen im Stadtzentrum seien Benzin, Kupfer, Eisenstäbe und eine Flagge mit extremem, religiösem Inhalt gefunden worden.

Drei Verdächtige hätten einen Geländewagen mit Absicht am Montag vor dem Kaiserpalast durch eine Menschenmenge gesteuert. „Dann hat der Wagen die Jinshui-Brücke gerammt und das mit Benzin beladene Auto ist mit den drei Verdächtigen in Brand geraten“, erklärte die Polizei. Neben den drei Personen im Auto kamen zwei Touristen ums Leben; 38 Menschen wurden verletzt.

Anschließend habe die Polizei bei einer Razzia weitere fünf Verdächtige gestellt. Bei ihnen seien eine Flagge mit einem Aufruf zum „Heiligen Krieg“ sowie ein Messer gefunden worden, berichteten die Ermittler. Die Polizei hatte in Hotels in Peking nach acht Verdächtigen gesucht. Sieben von ihnen seien Uiguren aus der westchinesischen Unruheregion Xinjiang, berichteten Hotelangestellte.

Die Lage in Xinjiang ist seit den Unruhen 2009 mit mehr als 200 Toten besonders angespannt. In den vergangenen Monaten gab es wiederholt blutige Zwischenfälle. Die turkstämmige, muslimische Minderheit der Uiguren fühlt sich von den Chinesen unterdrückt. Peking hingegen sieht „Separatisten und Terroristen“ am Werk.

Die Exilorganisation „Weltkongress der Uiguren“ mit Sitz in München warnte gestern vor einer Verhaftungswelle nach dem tödlichen Vorfall vor dem Kaiserpalast. „Unsere Erfahrung zeigt, dass nach solchen Vorfällen viele unschuldige Uiguren festgenommen werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Weltkongresses, Dolkun Isa. Es ist nicht ganz klar, ob es sich um einen Selbstmordanschlag handelte. Peking verhängte eine Nachrichtensperre. Isa beklagte, schon jetzt hätten die Kontrollen von Uiguren und Durchsuchungen zugenommen, etwa in Hotels. In Peking und Shanghai müssten uigurische Geschäftsleute und Studenten befürchten, in ihre Heimat Xinjiang im äußersten Westen Chinas zurückgeschickt zu werden. „Alle demokratischen Regierungen müssen das Vorgehen Pekings aufmerksam verfolgen“, erklärte Isa. Er forderte eine unabhängige Untersuchung des tödlichen Vorfalls am Tiananmen-Platz.

LN

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