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Politik im Rest der Welt Polizisten liegen wie „Obdachlose herum“
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13:52 09.07.2017
Polizisten liegen während des G-20-Einsatzes in „irgendeinem Vorraum herum“.  Quelle: dpa/Markus Mohr
Hamburg

 „Das Foto soll Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürgern, zeigen, wie man bei uns mit der Polizei umgeht“, schreibt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Mannheim, Thomas Mohr. Dazu postete er am späten Sonnabend das Bild auf dem Boden liegender Polizisten, die sich ausruhen. Die fünf Einsatzkräfte tragen noch ihre Schutzkleidung vom Einsatz rund um den G-20-Gipfel in Hamburg. Über 48 Stunden sollen sie bereits unterwegs gewesen sein.

Brennende Autos, Staatschefs im Gespräch, Wasserwerfer, Popstars auf der Bühne: Klicken Sie hier, um die Tage des G-20-Gipfels in Hamburg noch einmal in Bildern zu sehen.

Mit seinem Post übt Mohr massive Kritik am Umgang mit den Einsatzkräften: „Es ist skandalös, dass man diesen Polizisten, nach einem schweren Einsatz, der für sie lebensbedrohend war, nicht einmal einen vernünftigen Platz zum Regenerieren zur Verfügung stellte. Wie Obdachlose liegen sie in irgendeinem Vorraum herum“, schreibt er. Solche Bilder zeigten weder „die Medien noch die offiziellen Stellen“, moniert Mohr. „Meine Kolleginnen und Kollegen in Hamburg leisteten einen lebensgefährlichen Einsatz zum Schutz der Bürger. Sie haben das Maß der persönlichen Belastbarkeit weit überschritten. Sie haben es einfach nicht verdient, dass man so mit ihnen umgeht“, findet der GdP-Vorsitzende aus Mannheim.

Bei Facebook erhielt der Beitrag großen Zuspruch. Knapp 120.000 mal wurde er bisher geteilt. „Danke für alles! Bei diesen Zuständen im heutigen Deutschland, kann man nur hoffen, dass die Polizei ordentlich aufgestockt wird“, kommentiert eine Nutzerin den Post.

In der Nacht zu Sonnabend sprach die Polizei beim Kurznachrichtendienst Twitter von insgesamt 197 verletzten Polizisten. Zu Verletzungen bei Störern oder Unbeteiligten lägen keine Zahlen vor. Am Sonntagmittag (13 Uhr) wollen die Beamten eine Bilanz ziehen.

Hier geht es zum Facebook-Post von Thomas Mohr

Liebe Facebookgemeinde, Dieses Foto wurde mir vom G20-Gipfel Einsatz aus Hamburg, von einem Kollegen zugesandt. Es zeigt...

Gepostet von Thomas Mohr GdP-Vorsitzender Mannheim am Samstag, 8. Juli 2017

Hamburgs Polizeipräsident zieht gemischte Bilanz des G20-Einsatzes

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hat derweil eine gemischte Bilanz des Polizei-Einsatzes zum G20-Gipfel gezogen. Er sei stolz, dass es bei dem bisher größten Einsatz der Hamburger Polizei gelungen sei, die Sicherheit des Treffens „mit den zahlreichen Störversuchen“ bis zum Schluss zu gewährleisten, sagte er am Sonntag. Ihn bedrücke aber, dass es nicht gelungen sei, Verletzungen der Einsatzkräfte zu vermeiden und den Schutz des Eigentums der Hamburger Bürger umfassend zu gewährleisten. Rund um das Treffen der großen Wirtschaftsmächte war es zu heftigen Krawallen mit zahlreichen Verletzten gekommen.

Mehr als 20 000 Beamte seien im Einsatz gewesen, erklärte Meyer. Es sei „alles, aber auch wirklich alles Menschenmögliche an Vorkehrungen getroffen“ worden. Mit Blick auf den juristischen Streit um Übernachtungscamps für G20-Kritiker betonte Meyer, für die Polizei sei es wichtig gewesen, „keine Schlafstätten für militante Extremisten“ in Hamburg zu haben; das sei letztlich aber nicht gelungen. Es sei schwierig, wenn „Täter ohne Bezug zum Gipfel“ an unterschiedlichen Stellen der Stadt in einer „Kleingruppentaktik“ agierten.

Livestream Pressekonferenz zu #G20HAM17

#G20HAM17 - Pressekonferenz live!

Gepostet von Polizei Hamburg am Sonntag, 9. Juli 2017

Von RND/are

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