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Politik im Rest der Welt Priebus – der Moderate im Weißen Haus
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20:19 19.11.2016

. Donald Trump kann auf ausgiebige Erfahrungen als Unternehmer und TV-Rausschmeißer in seiner Sendung „The Apprentice“ („Der Lehrling“)blicken. In einem politischen Amt – in diesem Fall das des US-Präsidenten – ist er jedoch selbst Lehrling. Um so wichtiger, wer künftig zum Beraterkreis des selbstherrlichen Immobilienmoguls mit dem Hang zu rücksichtsloser Regelverletzung gehören wird.

Eines der wichtigsten Ämter, das des Stabschefs im Weißen Haus, hat Trump an Reince Priebus (44) vergeben – und damit an einen Mann, der zum von Trump sonst so geschmähten Washingtoner Polit-Establishment gehört. Denn Priebus, wie Trump ein Mann mit deutschem Migrationshintergrund, hat schon eine längere Karriere in der republikanischen „Grand Old Party“ vorzuweisen: Vom Vorsitzenden der GOP in Wisconsin brachte es der meist zurückhaltend auftretende Priebus bis zum Chef des „Republican National Committee“ und fungiert somit Quasi-Generalsekretär der Regierungspartei. Er gilt als gut vernetzt in der US-Hauptstadt und damit auch im Kongress – dort soll ihn der GOP-Fraktionschef im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, als Stabschef vorgeschlagen haben.

Auch Ryan stammt aus Wisconsin und ist wie Priebus ein Zögling der konservativ-marktradikalen Bradley-Stiftung, die schon die „Tea Party“ stützte.

Ryan gilt zwar als Trump-Skeptiker, könnte aber Priebus nun als den Mann sehen, der ihm Zugang und Einfluss am Hofe Trumps ermöglicht. Seine Fraktion hat ihn gerade einstimmig als Mehrheitsführer bestätigt, eine Botschaft, die auch Trump erreicht haben dürfte: Trotz aller Brachialrhetorik weiß der „President-elect“, dass er nicht nur per Dekret regieren kann, sondern auch Mehrheiten im Kongress braucht. Hier könnte ein „Gatekeeper“ Priebus von Nutzen sein.

Wie Priebus musste allerdings noch ein Trump-Mitstreiter belohnt werden: Stephen Bannon, einst Goldman-Sachs- Banker, später Chef des rechten Internet-Portals „Breitbart“ und Trumps Kampagnenleiter, soll dessen Chefberater im Weißen Haus werden. Eindrücke seiner Denkweise gab er gerade in einem Interview: „Finsternis ist gut“, sagte er dem „Hollywood-Reporter“. „Dick Cheney.

Darth Vader. Satan. Das ist Macht.“ mw

LN

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