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Politik im Rest der Welt Prozess zum Zugunglück von Viareggio beginnt mit Protesten
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10:00 14.11.2013
Mitten in Viareggio war am 29. Juni 2009 ein mit Flüssiggas beladener Zug entgleist. Foto: Carlo Ferraro
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Lucca

„Als hätte eine Bombe eingeschlagen“ - so beschrieben Augenzeugen die Lage nach dem Zugunglück von Viareggio mit 32 Toten vor über vier Jahren.

Begleitet von Protesten der Opferfamilien hat am Mittwoch in der Provinzhauptstadt Lucca der Prozess gegen die mutmaßlich Verantwortlichen begonnen.

Vor dem Gericht versammelten sich Angehörige der Toten, sie trugen Fotos und Spruchbänder mit sich. „Viareggio, 29 Juni. Nichts wird mehr sein wie vorher“, war darauf zu lesen und: „Einschnitte bei der Sicherheit waren eine Entscheidung, 32 Tote eine vorhersehbare Konsequenz“.

Mitten in Viareggio war am späten Abend des 29. Juni 2009 ein mit Flüssiggas beladener Zug entgleist. Einige Tankwagen kippten dabei um, einer brach auf. Das Gas explodierte und verwüstete das Stadtviertel in Bahnhofsnähe. Häuser stürzten ein, Autos gingen in Flammen auf. Zahlreiche Bewohner verloren ihr Obdach. Unfallursache war möglicherweise ein Riss an einem Rad.

Unter den 33 Angeklagten sind Manager der italienischen Staatsbahn und von Firmen, die mit den Kontrollen der Waggons zu tun hatten. Ihnen wird unter anderem fahrlässige Tötung und Auslösung einer Brandkatastrophe vorgeworfen. Mehrere von ihnen sollen auch Sicherheitsnormen verletzt haben.

Zum Prozessauftakt kamen nur vier Angeklagte, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Auch der Chef der Staatsbahn, Mauro Moretti blieb der Verhandlung fern. Seine Rechtsanwälte gaben als Grund an, es gehe zunächst ohnehin nur um technische Fragen.

Der Vertreter der Opferfamilien, Daniela Rombi, kritisierte, dass Moretti nach dem Unglück und trotz der Anklage Chef der Staatsbahn blieb: „Das ist eine Linie, die wir ablehnen und nicht akzeptieren.“

Mehr als hundert Nebenkläger nehmen an der Verhandlung teil, unter ihnen neben Angehörigen auch die Verbraucherorganisation Codacons und die Gewerkschaft Cgil. Auf Kritik stieß, dass der Staat sich nicht als Nebenkläger beteiligt. Der Staat dürfe sich nicht nur mit Entschädigungen zufrieden geben, für die es offensichtlich weit gediehene Verhandlungen gebe, schrieb der Bürgermeister von Viareggio, Leonardo Betti, in einem Brief an Ministerpäsident Enrico Letta.

Staatsanwalt Aldo Cicala sagte am Rande des Prozesses, als Konsequenz aus der Katastrophe müssten internationale Regeln für die Sicherheit geschaffen werden. Es gehe um strenge und präzise Vorschriften für den Schienenverkehr in Europa, insbesondere für den Transport von gefährlichen Gütern.

dpa

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