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Politik im Rest der Welt Puigdemont: Der Kampf geht weiter
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22:10 28.07.2018
Brüssel

„Meine Reise wird nicht enden, bis alle politischen Gefangenen frei sind, diejenigen aus dem Exil zurückkehren und die katalanischen Menschen ihr Recht zur Selbstbestimmung ohne die Drohung der Gewalt ausüben können“, sagte er. „Ich werde in die letzte Ecke unseres Kontinents reisen, um das gerechte Anliegen der Katalanen zu vertreten.“

Puigdemont hatte gestern Morgen Deutschland verlassen. Der 55-Jährige war im vergangenen Jahr nach dem verbotenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien als Präsident der autonomen Region abgesetzt worden. Er floh vor der spanischen Justiz nach Brüssel. Auf der Rückreise von einem Auftritt in Skandinavien wurde er am 25. März aufgrund eines von Spanien erwirkten europäischen Haftbefehls in Schleswig-Holstein festgenommen. Puigdemont kam kurzzeitig in ein Gefängnis in Neumünster, wurde aber später unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Das Oberste Gericht in Madrid verzichtete unterdessen auf eine Auslieferung des Katalanen. Grund war, dass das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht zuvor eine Auslieferung nur wegen des Verdachts der Veruntreuung für zulässig erklärt hatte, nicht jedoch wegen Rebellion, dem Hauptvorwurf der spanischen Justiz. In Spanien droht Puigdemont jedoch weiter eine Gefängnisstrafe.

„Wir werden so gut wir können das Anliegen Kataloniens internationalisieren“, meinte der separatistische Regionalchef Torra. Mit Puigdemont in Belgien gebe es dafür beste Gelegenheiten. „Wir werden nicht aufgeben, bis die Katalanen demokratisch über ihre Zukunft entscheiden können.“

In Spanien hat sich der Katalonien-Konflikt mittlerweile etwas entspannt. Der neue sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez, der seinen konservativen Vorgänger Mariano Rajoy am 1. Juni mit einem Misstrauensvotum zu Fall brachte, nahm jüngst Verhandlungen mit Torra auf. Sánchez bietet einen Dialog an, eine Unabhängigkeit der wirtschaftlich starken Region lehnt aber auch er ab. Torra dagegen bezeichnet Puigdemont weiterhin als „den legitimen“ Regionalpräsidenten und beharrt auch auf dem Recht zur Selbstbestimmung Kataloniens.

LN

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