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Rechtsextreme in Frankreich geschlagen

Paris Rechtsextreme in Frankreich geschlagen

Entscheidung in der zweiten Runde: Bei den Regionalwahlen in Frankreich steht die rechtsextreme Front National im Mittelpunkt. Kann die Partei von Marine Le Pen Regionen für sich erobern?

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Marine Le Pen, Chefin der Front National, im Wahllokal. In der ersten Wahlrunde hatten die Rechtsextremen gesiegt.

Quelle: Olivier Hoslet

Paris. Ernüchterung für Frankreichs Rechtsextreme: Eine Woche nach ihrem Triumph bei den Regionalwahlen hat die Front National im zweiten Durchgang eine bittere Niederlage einstecken müssen.

Die Partei von Marine Le Pen musste sich überall geschlagen geben, nachdem sie zuvor noch in sechs Regionen geführt hatte. Alle Regionen konnten nun Kandidaten der regierenden Sozialisten und der oppositionellen Republikaner gewinnen, wie der Sender BFMTV unter Berufung auf Prognosen der Institute OpinionWay und B2S berichtete.

Die Regionalwahlen waren die letzte landesweite Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl 2017. Nach den Terroranschlägen von Paris genau einen Monat zuvor am 13. November war die Wahl von Polizei und Militär stark gesichert. Frankreich ist weiter im Ausnahmezustand.

Die Sozialisten von Staatschef François Hollande und die Republikaner unter Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hatten nach der ersten Runde versucht, ihre Wähler stärker zu mobilisieren. Bei der entscheidenden zweiten Abstimmung zeichnete sich mit rund 58 Prozent ein klares Plus bei der Beteiligung ab. In der ersten Runde lag die Quote knapp unter der 50-Prozent-Marke.

Umkämpft waren vor allem drei Regionen, in denen die Sozialisten ihre aussichtslosen Kandidaten zurückgezogen oder nicht mehr unterstützt hatten. In Nord-Pas-de-Calais-Picardie, wo FN-Chefin Le Pen vergangenen Sonntag mit 40,6 Prozent klar vorn lag, musste sie sich nach den Prognosen nun mit 42,3 Prozent geschlagen geben. Nach dem Rückzug des sozialistischen Kandidaten erreichte der Republikaner Xavier Bertrand 57,7 Prozent.

In der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur hatte die 26-jährige Marion Maréchal-Le Pen, Nichte der Parteichefin, ebenfalls mit knapp 41 Prozent vorn gelegen. Nun unterlag sie mit 46,5 Prozent dem konservativen Kandidaten Christian Estrosi, der auf 53,5 Prozent kam.

In der Grenzregion zu Deutschland hatte der Sozialist Jean-Pierre Masseret den von der Parteiführung geforderten Rückzug verweigert. Dennoch gewann der offiziell auch von den Sozialisten unterstützte Konservative Philippe Richert mit 47,9 Prozent gegen FN-Vize Florian Philippot, der bei 36,3 Prozent landete.

Im Kernland Frankreichs konnten die Republikaner sieben Regionen gewinnen, die Sozialisten lagen in fünf Regionen vorn. Auf Korsika siegte der unabhängige Kandidat Gilles Simeoni vor den Sozialisten.

FN-Chefin Le Pen zeigte sich auch nach der Niederlage kämpferisch und sprach von einem „unaufhaltsamen Aufstieg“ der Front National. „Nichts kann uns aufhalten“, rief Le Pen jubelnden Anhängern zu.

Regierungschef Manuel Valls sagte, die Gefahr durch Rechtsextreme sei nicht gebannt. Deswegen gebe es weder Erleichterung noch Triumph. Nun müsse „schneller gehandelt werden, um schneller Ergebnisse zu bekommen“. Als Beispiele nannte Valls Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und die Ausbildung junger Menschen. Die schlechten Wirtschaftswerte werden der Regierung angelastet.

Ex-Präsident Sarkozy sagte, die Mobilisierung der Wähler dürfe die Warnungen aus der ersten Runde an alle verantwortlichen Politiker nicht vergessen lassen.

Im ersten Wahlgang hatte die FN mit 27,7 Prozent ihr landesweit bestes Ergebnis erzielt - vor den Konservativen um Sarkozy (26,7) und dem Bündnis der Sozialisten von Hollande (23,1).

Viele Franzosen wählten in neu zugeschnittenen Regionen. Nach einer Reform ist das Land nun in 13 statt 22 Regionen aufgeteilt. Hinzu kommen fünf Überseeregionen, in vier davon wurde ebenfalls gewählt.


Informationen zu Regionalwahlen, Frz.
Wahlrecht Frankreich
Ergebnisse Innenministerium, Frz.
Neuzuschnitt und Funktion Regionen
Frankreich im EU-Parlament
Nationalversammlung
Senat
Valls bei France Inter, Frz.
Klarsfeld im Deutschlandfunk
Sozialisten zu Regionalwahlen, Frz.
Republikaner zu Regionalwahlen, Frz.
FN zu Regionalwahlen, Frz.

dpa

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