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Richter entscheidet über Sterbeort von Baby Charlie

Eltern und Klinik im Streit Richter entscheidet über Sterbeort von Baby Charlie

Ein Richter wird an heute in London entscheiden, wo das todkranke britische Baby Charlie sterben darf. Die Eltern wollen ihren Sohn nach Hause bringen. Sie trafen aber auf den Widerstand der Ärzte, die ihn behandeln.

Die Eltern von Charlie, Connie Yates (r) und Chris Gard, bei einer Pressekonferenz vor dem High Court in London.

Quelle: Jonathan Brady/press Association

London. Ein Richter in London wird heute über den Sterbeort des elf Monate alten Babys Charlie Gard entscheiden. Die Eltern wollen die letzten Tage mit ihrem Sohn zu Hause verbringen. Sie trafen aber auf den Widerstand der Ärzte, die den todkranken Jungen im Londoner Great-Ormond-Street-Krankenhaus behandeln.

Beide Seiten konnten sich am Dienstag bei einem Termin am High Court nicht einigen. Erst am Montag hatten Charlies Eltern ihren monatelangen Rechtsstreit mit der Klinik aufgegeben. Sie hatten gefordert, ihren Sohn für eine experimentelle Therapie in die USA bringen zu dürfen. Die Klinik hielt das für aussichtslos und bestand darauf, die Behandlung Charlies zu beenden und ihn in Würde sterben zu lassen.

Die Anwältin des Krankenhauses betonte, Charlie brauche auch außerhalb des Hospitals eine extrem intensive Betreuung in seinen letzten Tagen. Dies sei zu Hause nicht möglich. Man habe aber ein „exzellentes Hospiz“ gefunden. Die Einrichtung biete Charlie und seinen Eltern den notwendigen Platz, privaten Rückzugsort und Schutz.

Charlie hat eine seltene genetische Erkrankung, in der Fachsprache mitochondriales DNA-Depletionssyndrom (MDDS). Dadurch wurden sein Gehirn und seine Muskeln stark in Mitleidenschaft gezogen. Er muss künstlich beatmet und ernährt werden. Charlie kann sich nicht mehr bewegen, ist gehörlos und hat epileptische Anfälle.

Die Krankheit gilt unter Experten bislang als unheilbar. Ein Neurologe in den USA hielt es aber für möglich, dass sich durch die experimentelle Therapie der Zustand des Jungen bessern könnte.

dpa

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