Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Richter verkündet Sterbeort des kranken Charlie am Mittwoch
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Richter verkündet Sterbeort des kranken Charlie am Mittwoch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:28 25.07.2017
Charlies Eltern Connie Yates und Chris Gard kommen zum High Court in London. Der Sterbeort des schwer kranken Säuglings muss von einem Richter festgelegt werden. Quelle: Matt Dunham
Anzeige
London

Ein Richter wird an diesem Mittwoch über den Sterbeort des britischen Babys Charlie Gard entscheiden. Die Eltern wollen die letzten Tage mit ihrem Sohn zu Hause verbringen.

Sie trafen aber auf den Widerstand der Ärzte, die den elf Monate alten Jungen im Londoner Great-Ormond-Street-Krankenhaus behandeln. Beide Seiten konnten sich bei einem Termin am High Court nicht einigen.

Erst am Montag hatten Charlies Eltern ihren monatelangen Rechtsstreit mit der Klinik aufgegeben. Sie hatten gefordert, ihren Sohn für eine experimentelle Therapie in die USA bringen zu dürfen. Die Klinik hielt das für aussichtslos und bestand darauf, die Behandlung Charlies zu beenden und ihn in Würde sterben zu lassen.

Dem hatten sich die Eltern schließlich gefügt, da sich Charlies Gesundheitszustand inzwischen dramatisch verschlechtert habe. Nur noch Formalien hätten geklärt werden sollen, doch dann brach ein Streit über den Ort und Zeitpunkt von Charlies Tod aus.

Die Mediziner machen sich Sorgen, ob Charlies Beatmungsmaschine in die Wohnung der Eltern gebracht werden kann. Zudem dürfe das Gerät nur unter Aufsicht von Fachkräften betrieben werden. „Der Pflegeplan muss sicher sein, Charlie alle Schmerzen ersparen und seine Würde bewahren“, zitierten britische Medien die Anwältin des Krankenhauses. Man wolle den Wunsch der Eltern erfüllen, aber sie hätten keinen „klaren Plan“ präsentiert und auch einen Mediator abgelehnt.

Der Anwalt der Eltern warf hingegen der Klinik vor, Charlie „Steine in den Weg zu legen“. Die Eltern wollten ein „paar Tage Ruhe außerhalb des Krankenhauses“, bevor Charlie sterbe.

Charlie hat eine seltene genetische Erkrankung, in der Fachsprache mitochondriales DNA-Depletionssyndrom (MDDS). Dadurch wurden sein Gehirn und seine Muskeln stark in Mitleidenschaft gezogen. Er muss künstlich beatmet und ernährt werden. Charlie kann sich nicht mehr bewegen, ist gehörlos und hat epileptische Anfälle.

Die Krankheit gilt unter Experten bislang als unheilbar. Ein Neurologe in den USA hielt es aber für möglich, dass sich durch die experimentelle Therapie der Zustand des Jungen bessern könnte.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Bundesregierung hat mit einem verschärften Kurs gegen Ankara auf die Inhaftierung des Deutschen Peter Steudtner reagiert. Präsident Erdogan schlägt nun zurück. Auch vor der EU gibt sich die türkische Führung unnachgiebig.

25.07.2017

Trump wäre seinen Justizminister lieber heute als morgen los. Das bestätigt auch der neue Kommunikationsdirektor des Präsidenten.

25.07.2017

Rom (dpa) - Bei einem Treffen zwischen italienischen Regierungsbeamten und Hilfsorganisationen hat es bisher keine Einigung auf einen Verhaltenskodex als Grundlage ...

25.07.2017
Anzeige