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Politik im Rest der Welt Roland Koch drängte Merz zu Kandidatur
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16:02 02.11.2018
Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch im Jahr 2005 Quelle: Thomas Frey
Berlin

Bevor Angela Merkel ihren Rückzug vom CDU-Vorsitz am Montag ankündigte, stand sie innerhalb der CDU bereits unter wachsendem Druck: Friedrich Merz sollte von verschiedenen Seiten dazu bewegt werden, für den Chefposten zu kandidieren. Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland war an den Planungen eines Sturzes von Angela Merkel auch der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch beteiligt. Dem Kreis, der Friedrich Merz in einer Kandidatur bestärkt habe, habe „definitiv Roland Koch“ angehört, erfuhr das RND aus CDU-Kreisen. Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, CDU-Vize-Chef Thomas Strobl und der Vorsitzende des Parlamentskreis Mittestand (PKM), Christian von Stetten, sollen Merz unterstützt haben.

Schäuble soll in der Vorbereitung der Kandidatur von Friedrich Merz eine besondere Rolle gespielt haben, wie das Magazin „Spiegel“ zuerst berichtet hatte. Demnach soll Schäuble Merz schon länger angeraten haben, sich auf die Nachfolge von Angela Merkel vorzubereiten. Schäuble hat offenbar ein Interesse daran, dass Merz in diesem Amt nachrückt.

Wie der „Spiegel“ berichtet, hat Schäuble seinem Vertrauten auch einen konkreten Zeitpunkt für seinen Vorstoß ans Herz gelegt. Merz sollte demnach bis zum Nachmittag am Tag der Landtagswahl in Hessen geklärt haben, ob er antreten wolle. Zudem sei Schäuble daran beteiligt gewesen, Termine für die Ankündigung der Kandidatur zu planen. Konkret nennt das Magazin ein Treffen mit Joseph Daul, dem Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei (EVP), Mitte Oktober in Brüssel, das Schäuble angeleiert haben soll. Daul wiederum soll Angela Merkel über Merz' Pläne informiert haben.

Lesen Sie hier: Friedrich Merz beherrscht die Spielregeln noch immer

Der ehemalige Unions-Fraktionschef Friedrich Merz hatte am Dienstag angekündigt, auf dem Parteitag im Dezember als neuer Parteivorsitzender der CDU zu kandidieren. Zuvor hatte Amtsinhaberin Angela Merkel ihren Rückzug angekündigt.

Von Daniela Vates und Jana Wolf/RND

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