Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Russisches Raketenprogramm besorgt Nato-Staaten
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Russisches Raketenprogramm besorgt Nato-Staaten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:02 01.09.2017
Eine Flagge der Nato am Hauptquartier des Verteidigungsbündnisses in Brüssel. Quelle: Daniel Naupold
Anzeige
Brüssel

Innerhalb der Nato wird darüber nachgedacht, wie auf einen Verstoß Russlands gegen ein Abkommen über nukleare Mittelstreckensysteme reagiert werden könnte.

Nach Informationen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR wurde im Bündnis dazu ein als geheim eingestuftes Papier an die Mitgliedsstaaten übermittelt. Es soll insgesamt 39 Optionen auflisten.

Zum Beispiel sei von der Möglichkeit die Rede, die nukleare Abschreckung der Nato auszubauen, berichten die Medien. Zudem gebe es Empfehlungen, mehr Frühwarnsysteme zu installieren, die U-Boot-Abwehr zu verstärken und B-2- und B-52-Bomber häufiger in Europa einzusetzen.

Auch die Einsatzbereitschaft jener Flugstaffeln in Europa zu erhöhen, die Atombomben abwerfen können, soll genannt werden. Zudem überlegten die Autoren, wie Russland an den Verhandlungstisch gebracht werden könnte, heißt es.

Ein Nato-Sprecher wollte in der Nacht zum Freitag weder die Existenz der Papiere bestätigen, noch sagen, wer es erstellt haben könnte. Er bestätigte lediglich, dass es innerhalb des Bündnisses bereits formelle Gespräche über die Einhaltung des INF-Vertrages und mögliche sicherheitspolitische Folgen für die Nato gegeben habe. Das zwischen den USA und Russland geschlossene Abkommen verbietet den Vertragspartnern unter anderem den Bau und den Besitz von landgestützten Nuklearraketen mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern.

Die Vorwürfe, dass sich Russland nicht an das Abkommen aus dem Jahr 1987 hält, sind bereits älter und stammen von den USA. Ob sie von allen anderen 28 Bündnispartnern unterstützt werden, ist unklar. Der Nato-Sprecher verwies in Hinblick auf diese Frage auf die jeweiligen Hauptstädte. Dies deutet darauf hin, dass es bislang keinen klaren Nato-Kurs zu dem Thema geben könnte. Auch eine Reaktion des Bündnisses auf mögliche Verstöße gegen das Abkommen würde eine Konsensentscheidung verlangen.

Russland wirft im Gegenzug auch den USA vor, gegen den INF-Vertrag zu verstoßen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

43 Prozent der Schüler in Deutschland leiden nach einer neuen Studie der Krankenkasse DAK unter Stress - mit Folgen für die Gesundheit.

01.09.2017

Schon im Wahlkampf hatte US-Präsident Donald Trump den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko versprochen. Inzwischen geht das Milliarden-Projekt voran – doch die Finanzierung ist noch immer unklar. Nun sollen vier amerikanische Firmen Prototypen aus Beton bauen.

01.09.2017

Nach dem Tod eines Soldaten bei einem Übungsmarsch im niedersächsischen Munster hat die Bundeswehr Fehler eingeräumt.

01.09.2017
Anzeige