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Politik im Rest der Welt Russland schickt schwimmendes Atomkraftwerk auf See
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18:46 28.04.2018
Das Atomkraftwerk-Schiff „Akademik Lomonossow“ hat die Werft in St. Petersburg verlassen Quelle: dpa
St. Petersburg

In Russland hat ein umstrittenes Schiff am Samstag die Werft verlassen. Das sogenannte schwimmende Atomkraftwerk „Akademik Lomonossow“ soll die Energieversorgung an einem russischen Außenposten in der Arktis sichern. Über die Ostsee und das Nordmeer wird in den kommenden Wochen zunächst der russische Marinehafen Murmansk angefahren. Dort sollten die zwei Reaktoren des Kraftwerks mit nuklearem Brennstoff ausgestattet werden, sagte Pawel Ipatow vom Kraftwerksbetreiber Rosenergoatom der Agentur Tass. Er sprach von einem „historischen Ereignis“.

Die „Akademik Lomonossow“ hat für Russland strategische Bedeutung. Sie soll im Sommer 2019 von Murmansk aus in das Arktische Meer fahren und dort russische Außenposten mit Strom und Wärme versorgen sowie Meerwasser entsalzen. Das Kraftwerk kann rund 200.000 Menschen mit Strom versorgen. Zielhafen ist Pewek in Sibirien.

Keine speziellen Auflagen für schwimmende AKWs

Umweltschützer kritisieren das Projekt als riskant. Mit Blick auf die Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 warnte die Organisation Greenpeace kürzlich, es drohe die Gefahr eines „Tschernobyl auf Eis“.

Die Organisation Nuclear Threat Initative kritisierte, dass Russland zwar angebe, die internationalen Sicherheitsauflagen für Atomkraftwerke zu erfüllen. Die Auflagen seien jedoch nicht für schwimmende AKWs entwickelt worden und enthielten daher nicht die speziellen Anforderungen, die für ein mobiles Kraftwerk auf See gelten.

Russland will sich reiche Vorkommen an Öl und Gas sichern, die in der Region um den Nordpol vermutet werden. Zudem werden durch die klimabedingte Eisschmelze neue Schifffahrtsrouten im hohen Norden Russlands frei. Daher stärkt Moskau seine Präsenz in der Region zunehmend militärisch. Auch die USA und andere Anrainerstaaten haben Interesse an der Arktis angemeldet.

Von RND/dpa

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