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Politik im Rest der Welt Säbelrasseln in Nordkorea
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20:15 15.04.2017
Der Staatsgründer im Zentrum: Parade zum 105. Geburtstag von Kim Il Sung, dessen Porträt auf einer großen Fahne zu sehen ist. Quelle: Foto: Wong Maye-E/dpa

Mit einer machtvollen Militärparade hat das kommunistische Nordkorea den 105. Geburtstag seines verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung begangen. Durch das Zentrum der Hauptstadt Pjöngjang marschierten Tausende Soldaten, begleitet von Panzern und anderen Militärfahrzeugen. Der autoritär regierende Staatschef des abgeschotteten Landes, Kim Jong Un, beobachtete die Parade vom Podium aus.

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Regime zeigt bei einer Parade seine Raketensysteme. US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck.

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs stellte Nordkorea bei der Parade ein neues Modell einer ballistischen Interkontinentalrakete mit mobiler Abschussrampe vor, wie die staatsnahe südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet. Zudem wurden erstmals U-Boot-Raketen vom Typ Pukkuksong öffentlich gezeigt. Die Pukuksong hat eine Reichweite von rund tausend Kilometern.

Zuletzt wurde befürchtet, die kommunistische Regierung könnte anlässlich des Geburtstags einen weiteren Atomwaffentest unternehmen. Und das, während USKriegsschiffe auf die koreanische Halbinsel zusteuerten. Oft nimmt die Führung die Geburtstage oder andere Feiertage zum Anlass, militärische Stärke zu demonstrieren.

Nach Angaben von Experten wird die Militärparade als Signal Nordkoreas gedeutet, die Fortschritte in der Entwicklung von Feststoffraketen-Triebwerken zu demonstrieren. Moderne Raketen, die mit festem Treibstoff betrieben werden, sind schneller einsatzbereit und für Satelliten schwerer zu erfassen.

Einmotorige Propellermaschinen flogen in einer 105-Formation, um den Jahrestag von Kim Il Sung zu ehren. Fernsehbilder zeigten Präsident Kim Jong Un, der die Parade scheinbar gelassen und heiter von seinem Podium aus beobachtete. Er hielt während der Zeremonie keine Rede. Unter den Anwesenden befand sich auch der Staatssicherheitsminister Kim Won Hong, der laut dem südkoreanischen Vereinigungsministerium vom Februar abgesetzt worden war.

Anders als bei früheren Militärparaden waren aber diesmal keine hochrangigen chinesischen Regierungsvertreter anwesend. Ebenso wurde die streng choreografierte Parade nicht wie bislang üblich von einem Militärkommando mit einem überlebensgroßen Porträt Kim Il Sungs eröffnet.

Die Führung im Norden strebt trotz internationaler Ächtung den Bau von Atomwaffen mit großer Reichweite an. Zuletzt gab es mehrere Raketentests, ein weiterer Atomwaffentest könnte bald bevorstehen.

Nach Angaben von Experten könnte Nordkorea möglicherweise den 25. April, den Jahrestag der Gründung der nordkoreanischen Volksarmee, für eine weitere militärische Provokation nützen.

Kims Geburtstag wird als „Tag der Sonne“ bezeichnet. Er ist der höchste Feiertag des Landes. Der frühere nordkoreanische Staatschef ist auch 23 Jahre nach seinem Tod im Alltag der Nordkoreaner allgegenwärtig. Um den „ewigen Präsidenten“ Kim wie um seinen Sohn Kim Jong Il sowie seinen Enkel und jetzigen Machthaber Kim Jong Un wird ein intensiver Personenkult betrieben.

Nach mehreren Raketentests der Nordkoreaner hatte US-Präsident Donald Trump mehrfach mit einem Eingreifen gedroht, um eine Bewaffnung des Landes mit weit reichenden Atomraketen zu verhindern. Man werde Atomangriffe mit Atomschlägen vergelten, sagte Choe Ryong Hae, Sekretär der nordkoreanischen Arbeiterpartei, im Staatsfernsehen.

Als Demonstration der Stärke wurde am Wochenende ein Flottenverband mit dem Flugzeugträger „USS Carl Vinson“ in den Gewässern nahe der koreanischen Halbinsel erwartet. Heute kommt US-Vizepräsident Mike Pence in Südkoreas Hauptstadt Seoul.

Trump sagte nach Angaben der „Defense News“ auf die Frage, ob der Einsatz einer Riesenbombe in Afghanistan auch ein Signal an Nordkorea sei: „Nordkorea ist ein Problem – das Problem wird angegangen.“

Die USA wollen dabei die Chinesen bewegen, den Druck auf seinen Nachbarn und traditionellen Verbündeten zu erhöhen. Auf Twitter schrieb Trump: „Wenn sie dazu nicht in der Lage sind, werden die Vereinigten Staaten es mit ihren Verbündeten sein.“

Fabian Kretschmer

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