Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Schottland bereitet zweites Unabhängigkeits-Referendum vor
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Schottland bereitet zweites Unabhängigkeits-Referendum vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:28 26.06.2016
Anzeige
Edinburgh

Schottland bereitet sich nach dem britischen Brexit-Votum auf ein zweites Referendum über seine Unabhängigkeit von Großbritannien vor.

Das Kabinett habe zugestimmt, die dafür notwendigen rechtlichen Schritte vorzubereiten, sagte die Chefin der Regionalregierung, Nicola Sturgeon. Es würden „umgehend“ Gespräche mit EU-Institutionen und anderen EU-Mitgliedstaaten aufgenommen, „um alle Möglichkeiten auszuloten, Schottlands Platz in der EU zu schützen.“ Dass es auf jeden Fall ein zweites Referendum geben werde, sagte sie allerdings nicht.

2014 hatten 55 Prozent der Schotten in einem Referendum gegen eine Unabhängigkeit Schottlands gestimmt. In der Volksabstimmung über den Brexit sprach sich eine Mehrheit von 62 Prozent der Schotten für den Verbleib in der EU aus, insgesamt waren aber 52 Prozent der Briten für den Austritt. Sturgeon hatte es schon am Freitag „demokratisch inakzeptabel“ genannt, dass Schottland gegen seinen Willen aus der EU ausscheiden könnte.

Bereits vor der EU-Abstimmung hatte Schottlands Nationalpartei SNP, die die politischen Geschicke des nördlichen Landesteils per Minderheitsregierung lenkt, ein zweites Unabhängigkeitsreferendum für den Brexit-Fall ins Gespräch gebracht. Im Programm der Partei für die Wahl des Regionalparlaments im Mai 2016 hatte die SNP geschrieben, eine „bedeutende und wesentliche Änderung der Umstände“, unter denen die Schotten 2014 entschieden hätten, könne ein zweites Referendum nach sich ziehen.

Der Volksabstimmung vor knapp zwei Jahren hatte London zugestimmt. Vor dem EU-Referendum der Briten hatte die konservative Regierung von Premierminister David Cameron betont, die Entscheidung sei damit gefallen, ein zweites Schottland-Referendum werde es nicht geben.

Sturgeon sagte, die Regierung wolle ganz Schottland in den Prozess einbeziehen. Sie werde dazu ein Expertengremium einrichten, das die Regierung in rechtlichen, finanziellen und diplomatischen Fragen beraten solle. Zudem sollten Stimmen aus dem gesamten politischen Spektrum Schottlands angehört werden. Die Opposition, die hauptsächlich aus Konservativen und Labour-Abgeordneten besteht, hatte sich gegen ein zweites Referendum ausgesprochen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der britische EU-Kommissar Jonathan Hill tritt nach dem Brexit-Referendum zurück.

25.06.2016

Kanzlerin Angela Merkel hat von der britischen Regierung nach dem Brexit Auskunft darüber verlangt, wie das weitere Vorgehen im konkreten Scheidungsprozess mit der EU aussehen wird.

25.06.2016

Der britische EU-Kommissar Jonathan Hill ist zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenz aus dem Wahlsieg des Brexit-Lagers beim britischen EU-Referendum, wie die Nachrichtenagentur PA berichtet.

25.06.2016
Anzeige