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Politik im Rest der Welt Schwerbehinderte weiter überdurchschnittlich häufig arbeitslos
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Schwerbehinderte weiter überdurchschnittlich häufig arbeitslos
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12:02 02.12.2018
Der DGB fordert die Bundesregierung auf, die „dauerhaft überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit von schwerbehinderten Menschen“ abzubauen. Quelle: dpa
Berlin

Schwerbehinderte in Deutschland unverändert häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als Menschen ohne Behinderung. „In 2017 waren schwerbehinderte Menschen immer noch überdurchschnittlich oft arbeitslos“, heißt es in einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt und zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung an diesem Montag erscheint. Demnach lag die Arbeitslosigkeit bei Schwerbehinderten im vergangenen Jahr bei 11,7 Prozent, im Schnitt der Bevölkerung dagegen bei 7,2 Prozent. „Der Abstand zwischen beiden Gruppen ist seit 2009 gewachsen“, heißt es weiter. „2009 betrug er 4,1 Prozentpunkte, 2017 4,5 Prozentpunkte.“

Den Angaben zufolge ist die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen zuletzt „nur leicht“ gesunken. Laut Studie lag sie 2009 bei 168 096, im vergangenen Jahr bei 162 373. Die Autoren beklagen Kürzungen bei den arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Die Zahl der Teilnehmer sei deutlich stärker zurückgegangen als die Arbeitslosigkeit. 2017 nahmen 32 117 Schwerbehinderte an Fördermaßnahmen teil – 33 Prozent weniger als 2009. Dabei müsse es Ziel der Bundesregierung sein, die „dauerhaft überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit von schwerbehinderten Menschen“ abzubauen.

2016 sind nach DGB-Angaben circa 1,2 Millionen Schwerbehinderte in Wirtschaft und Verwaltung beschäftigt gewesen. „Der Trend ist leicht zunehmend“, heißt es in der Studie. Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten sind gesetzlich verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu setzen. Tun sie es nicht, müssen sie eine gestaffelte Ausgleichsabgabe zahlen. Der DGB fordert, die Abgabe deutlich zu erhöhen – und zwar für Betriebe mit weniger als zwei Prozent Schwerbehinderten von aktuell 320 auf 750 Euro pro unbesetztem Arbeitsplatz und Monat.

Lesen Sie auch: Das Wichtigste über den Schwerbehindertenausweis

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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