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Politik im Rest der Welt Seehofer und Merkel auf Weg der Versöhnung
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Seehofer und Merkel auf Weg der Versöhnung
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20:14 22.10.2016

. Jetzt hat er es gesagt. „Wir sind uns in den letzten Wochen in vielen Punkten näher gekommen“, beginnt Horst Seehofer eher harmlos. Eine solche Lagebeschreibung war nach den Monaten des Streits mit Angela Merkel über deren Kurs in der Flüchtlingspolitik zwar immer mal wieder zu hören. Doch mit den nächsten Worten beendet der CSU-Chef dann quasi öffentlich die Auseinandersetzung über die von ihm verlangte Obergrenze von 200 000 Flüchtlingen: „Wenn es in einem weiter Differenzen gibt, dann können wir das aushalten.“ Seehofer braucht für das Signal der Klärung zwei Sätze. Er wählt für die an Merkel, die CDU und das eigene Parteivolk gerichtete Botschaft das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Zeitweise sah es so aus, als könnte der Streit Seehofers mit Merkel die Union zerreißen. Nachdem die CDU-Vorsitzende die Worte „Wir schaffen das“ im Sommer 2015 zum Motto ihrer Flüchtlingspolitik gemacht hatte, schien der Einheit der Unionsgranden zerstört. Nahezu wöchentlich distanzierte sich Seehofer von Merkel. Sie wiederholte ihren umstrittenen Satz, ihn trieb das zur Weißglut.

Immer heftiger attackierte der CSU-Chef die Vorsitzende der Schwesterpartei. Am 10. Februar gab es einen Höhepunkt, als er ihr in der „Passauer Neuen Presse“ die „Herrschaft des Unrechts“ vorwarf.

Doch irgendwann war klar: Will die Union die Bundestagswahl im Herbst 2017 nicht verlieren, müssen sich Seehofer und Merkel wieder zusammenraufen. Nun also der Satz im „Spiegel“, der wohl den Kurs der nächsten Wochen vorgibt und so etwas wie ein Startschuss in Monate der Versöhnung sein könnte. Bis heute jedoch ist unklar, ob die Vorsitzenden – wie üblich – den jeweils anderen Parteitag der Schwesterpartei besuchen. Dem „Spiegel“ zufolge waren Merkel und Seehofer vergangene Woche in Berlin überein gekommen, dass gegenseitige Auftritte derzeit zwar nicht sinnvoll sind, aber dennoch werde es wohl Anfang 2017 ein Treffen der Spitzengremien geben.

LN

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