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Politik im Rest der Welt Sieben Jahre Haft für Berlusconi
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22:22 24.06.2013

Der frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist im „Ruby“-Prozess um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch schuldig gesprochen worden. Ein Mailänder Gericht verurteilte ihn gestern in erster Instanz zu einer Haftstrafe von sieben Jahren. Zudem darf der 76-Jährige zeitlebens keine öffentlichen Ämter mehr übernehmen. Berlusconi kündigte bereits gestern an, Berufung einlegen zu wollen. Definitiv wird die Verurteilung erst in dritter Instanz.

Es ist der zweite Schuldspruch gegen Berlusconi innerhalb weniger Wochen. Sollte der Politiker und Medienmogul endgültig verurteilt werden, könnte dies auch die italienische Regierung in einige Bedrängnis bringen. Berlusconi ist mit seiner PdL-Partei (Volk der Freiheit) ein wichtiger Partner in der großen Koalition von Ministerpräsident Enrico Letta.

Das Mailänder Gericht sah es als erwiesen an, dass Berlusconi bei den angeblich wilden „Bunga-Bunga“-Nächten in seiner Villa Arcore für Sex mit minderjährigen Prostituierten bezahlt hat. Die Anklage hatte in ihrem Plädoyer ausgeführt, in der Villa habe es „systematische Prostitution“ gegeben. Im Mittelpunkt des Prozesses stand die „Ruby“ genannte junge Marokkanerin Karima El Mahroug — die jedoch bestritten hat, Sex mit Berlusconi gehabt zu haben.

Das Gericht erklärte Berlusconi außerdem des Amtsmissbrauchs für schuldig. Mit Anrufen bei der Polizei soll er im Mai 2010 — damals noch als Ministerpräsident — nach einer Festnahme „Rubys“ deren Freilassung erwirkt haben. Nach rund 50 Verhandlungstagen, an denen weder Berlusconi noch „Ruby“ aussagten, fiel nun das Urteil in erster Instanz. Die heute 20-jährige „Ruby“ hatte in einem Nebenprozess ausgesagt, bei mehreren Festen in Berlusconis Villa Gast gewesen zu sein und Geld von dem Politiker erhalten zu haben. Junge Frauen hätten als Nonnen oder als US-Präsident Barack Obama verkleidet für Berlusconi getanzt.

LN

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