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Politik im Rest der Welt Spahns Pläne zum Fettabsaugen müssen gestoppt werden
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21:28 11.01.2019
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) präsentiert sich einmal mehr als Kümmerer Quelle: dpa
Berlin

Jens Spahn präsentiert sich einmal mehr als Kümmerer: Weil sich die Verbände von Ärzten und Krankenkassen bisher nicht darauf einigen konnten, dass Absaugen von Körperfett bei bestimmten Krankheiten zur Kassenleistung zu machen, will der Minister durchgreifen. Auf Anweisung des Gesundheitsministeriums soll die Behandlung in den Leistungskatalog der Kassen aufgenommen werden. Der Applaus der Patientinnen dürfte ihm sicher sein. Bei den von „Reiterhosen“ an Po und Hüfte betroffenen Frauen ist der Leidensdruck oftmals hoch.

Doch was Spahn vorhat, ist in Wirklichkeit ein hochgradig gefährlicher Paradigmenwechsel. Zu den Grundprinzipien der gesetzlichen Krankenversicherung gehört, dass nur Behandlungen und Medikamente bezahlt werden, deren Wirksamkeit wissenschaftlich überprüft wurden. Dabei werden auch Schaden und Nutzen abgewogen. Ob die Kostenübernahme gerechtfertigt ist, wird mit Unterstützung von Studien von allen wichtigen Akteuren im Gesundheitswesen gemeinsam entschieden. Das soll auch dafür sorgen, dass die Kosten nicht ins Uferlose steigen.

Zu viel Macht für das Gesundheitsministerium

Spahn will diese bewährte Regelung aushebeln und von Fall zu Fall im Ministerium entscheiden lassen, was gut für die Patienten ist. Damit werden nicht nur unsinnige Parallelstrukturen geschaffen. Viel schlimmer wiegt, dass damit alle Versuche konterkariert werden, die wissenschaftliche Prüfung von Verfahren auszubauen, damit Patienten nicht mit unsinnigen Behandlungen traktiert werden. Auch das Fettabsaugen gehört leider zu den Methoden, deren langfristiger Erfolg bisher zu wenig untersucht ist.

Richtig ist, dass im Gesundheitswesen viel zu langsam entschieden wird. Hier sollte angesetzt werden. Doch Spahns Plan muss gestoppt werden: Mit der neuen Macht des Ministeriums wäre es nur ein kleiner Schritt dahin, sinnvolle, aber vielleicht sehr teure Behandlungen aus dem Kassenangebot zu streichen.

Von Timot Szent-Ivanyi/RND

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