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Politik im Rest der Welt Steinmeier in Athen: Plädoyer für starkes Europa der 27
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14:52 08.04.2017
Frank-Walter Steinmeier und der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos (l) besichtigen die documenta 14 zusammen mit Adam Szymczyk (r), dem künstlerischem Leiter der internationalen Kunstausstellung. Quelle: Bernd von Jutrczenka
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Athen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Athen zur Überwindung politischer und ökonomischer Gräben aufgerufen und für ein starkes „Europa der 27“ plädiert.

Bei der Eröffnung der Kunstausstellung documenta 14 sagte er, es müsse anerkannt werden, dass die Eurokrise ein tiefer Einschnitt für das Leben vieler Griechen gewesen sei. Noch dazu verlange die Flüchtlingskrise dem Land enorme Leistungen ab.

„Der Krieg in Syrien, die Krisen in der Türkei und im Mittleren Osten - all das geschieht in unmittelbarer Nachbarschaft.“ Aus europäischer Perspektive sei die Haltung zu Griechenland in den letzten Jahren „keineswegs von Kälte, Gleichgültigkeit Hartherzigkeit“ geprägt gewesen. Das Land habe viel Solidarität erfahren und müsse diese auch weiter erhalten.

Ein demokratisches und geeintes Europa dürfe die einzelnen Mitgliedsstaaten so wenig aus dem Blick verlieren wie das große Ganze, sagte Steinmeier. „Ohne Griechenland kann und will ich mir unsere Gemeinschaft nicht vorstellen“, betonte er. Die EU sei nicht perfekt, aber lernfähig.

Mit Blick auf den britischen EU-Austritt betonte er: „Die Europäische Union ist das beste Europa, das wir je hatten. Wir Deutsche wollen dieses Europa. Wir wollen es als Europa der 27. Und wir wollen in seine Zukunft investieren.“

Die weltweit wichtigste Kunstschau documenta 14 findet in diesem Jahr in Kassel und in Athen statt. Sie steht unter dem Motto „Von Athen lernen“ und hat auch die Finanz- und Schuldenkrise zum Thema. Steinmeier eröffnete sie zusammen mit dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos. Adam Szymczyk, der Leiter der Ausstellung, nannte die documenta eine Antwort auf die „düstere Weltsituation“.

Am Vortag hatte Steinmeier Griechenland Solidarität zugesichert, aber auch weitere Reformen gefordert. Nach Paris und Straßburg ist es Steinmeiers dritte Auslandsreise. Sie gilt als Zeichen der Unterstützung und Wertschätzung für Griechenland, das durch die Schuldenkrise und den Flüchtlingszuzug besonders hohe Belastungen zu schultern hat. Erstmals wurde Steinmeier auf einer Auslandsreise von seiner Frau Elke Büdenbender begleitet.

Zum Abschluss seines Besuchs in Athen traf Steinmeier mit jungen Startup-Unternehmern zusammen. Er lobte deren „Mut und Optimismus“. Die Gesprächspartner beklagten hohe Belastungen durch das griechische Steuersystem und wünschten sich bessere Kontakte auch zu deutschen Firmen. 

dpa

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