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Sturm verzögert Bergung der Pottwale aus dem Watt

Kaiser-Wilhelm-Koog Sturm verzögert Bergung der Pottwale aus dem Watt

Bergen, transportieren, zerlegen: Das größte je vor Schleswig-Holstein registrierte Pottwal-Sterben fordert die Einsatzkräfte. Aber das Wetter zwingt sie zur Pause.

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Die jungen Bullen verendeten rund zwei Kilometer vor dem Deich in Höhe Kaiser-Wilhelm-Koog.

Quelle: Hendrik Brunckhorst/lkn.sh/dpa

Kaiser-Wilhelm-Koog. Die acht im Wattenmeer der Nordsee entdeckten Pottwal-Kadaver können frühestens an diesem Mittwoch geborgen werden. Wegen des starken Westwinds laufe das Wasser nicht wie sonst ab.

„Deswegen kommen wir mit den landgängigen Fahrzeugen nicht dorthin“, sagte der Leiter der Nationalparkverwaltung in Tönning (Schleswig-Holstein), Detlef Hansen. Am Mittwoch soll sich das Wetter beruhigen. Die Experten wollen dann erneut über einen Bergungsversuch der neun bis zwölf Meter langen Jungbullen beraten.

Noch nie seien so viele Pottwale auf einmal in Schleswig-Holstein gefunden worden, sagte Hendrik Brunckhorst vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN). Ein Spaziergänger auf Kaiser-Wilhelm-Koog hatte die riesigen Meeressäuger am Sonntagabend rund zwei Kilometer vor dem Deich entdeckt.

Im Januar waren bereits mindestens 17 Pottwale an den Küsten der Nordsee entdeckt worden - in Deutschland, den Niederlanden und in Großbritannien. Mit dem jüngsten Fund sind nach Angaben des laut LKN seit 1990 insgesamt mehr als 90 Pottwale an den Nordseeküsten verendet. Die größten Funde mit je 13 beziehungsweise 17 Pottwalen gab es demnach Anfang der neunziger Jahre an der dänischen Westküste.

Ursprünglich wollten Experten bereits heute erste Wale mit zwei Raupen und einem Bagger an der Schwanzflosse durch das Watt an Land ziehen. Auch die wegen des Elfenbeins wertvollen Unterkiefer der Tiere sollten herausgetrennt und geborgen werden, doch das Wasser stand teils mehr als zwei Meter höher als sonst. Es bedeckte die Kadaver fast vollständig. Für Bergungsschiffe wiederum ist das Wasser rund um den Fundort der tonnenschweren Riesen zu flach. „Alles steht Stand-by – und alles hängt vom Wetter ab“, berichtete Hansen.

Die Wale müssen nach und nach geborgen werden. Anschließend sollen sie einzeln per Tieflader in den Hafen von Meldorf gebracht und dort zerlegt werden. Rund 20 Mitarbeiter von LKN, Nationalpark und der Tierärztlichen Hochschule Hannover waren im Einsatz.

Weshalb sich die Jungbullen auf ihrer Wanderung durch den Atlantik zwischen November und März gelegentlich in die Nordsee verirren, ist unklar. Experten zufolge kommen viele Gründe infrage: etwa Unterwasserlärm, Krankheiten, natürliche Ursachen, seismische Aktivitäten oder militärisches Sonar. Einmal falsch abgebogen, können die flachen Gewässer des Wattenmeers für die Tiere zur Falle werden.

dpa

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