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Südkorea und Japan wollen Streit um „Sexsklaverei“ beilegen

Seoul Südkorea und Japan wollen Streit um „Sexsklaverei“ beilegen

Seit Jahrzehnten streiten Südkorea und Japan um die Sexsklaverei im Zweiten Weltkrieg. Damit soll nun Schluss sein. Politiker sprechen von einem Neubeginn in den Beziehungen. Doch Kritiker sind skeptisch.

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Ehemalige Sexsklavinnen Mitte 2014 während einer Solidaritätskonferenz in Tokio.

Quelle: Takehiko Kambayashi

Seoul. Nach jahrzehntelangem Streit um die Versklavung koreanischer Frauen in japanischen Soldatenbordellen im Zweiten Weltkrieg haben sich Südkorea und Japan überraschend geeinigt.

Die von beiden Ländern als historisch eingestufte Vereinbarung sieht einen neuen Fonds zur Unterstützung der Opfer in Höhe von rund einer Milliarde Yen (7,6 Millionen Euro) vor, das Geld stellt Japan bereit. Zudem sprach der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe den Opfern seine „aufrichtige Entschuldigung und Reue“ aus, wie sein Außenminister Fumio Kishida mitteilte.

Die Übereinkunft solle „endgültig und unwiderruflich“ sein, sagte Kishida nach einem Treffen mit seinem südkoreanischen Kollegen Yun Byung Se in Seoul. Kishida nannte sie „historisch und epochemachend“. Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye sagte, die Umsetzung könne einen Neubeginn der Beziehungen einläuten. Auch international wurde die Übereinkunft begrüßt, bei Opfern und Kritikern stieß sie dagegen auf Skepsis.

Nach Schätzungen von Historikern wurden im Zweiten Weltkrieg bis zu 200 000 Frauen, vor allem aus Korea und China, gezwungen, Soldaten der japanischen Kaiserarmee in Frontbordellen zu Diensten zu sein. Heute sind nur noch 46 der inzwischen hochbetagten Opfer in Südkorea am Leben.

Der Streit um die euphemistisch „Trostfrauen“ genannten Frauen war bisher das größte Hindernis für eine Verbesserung der Beziehungen beider ostasiatischer Staaten. Nach dem Amtsantritt von Abe, einem überzeugten Nationalisten, Ende 2012 hatten sich die Beziehungen zwischen Seoul und Tokio weiter verschlechtert. Südkorea warf der Regierung in Tokio vor, das Schicksal der Frauen zu ignorieren und Kriegsgräuel zu verschleiern. Die südkoreanische Präsidentin Park hatte sich seit Beginn ihrer Amtszeit Anfang 2013 zunächst geweigert, Abe zu bilateralen Gesprächen zu treffen.

Vor dem Hintergrund des 50. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Südkorea verständigte sie sich schließlich nach jahrelanger Eiszeit im vergangenen Monat bei einem Treffen mit Abe darauf, den Konflikt möglichst bald beizulegen. Seit dem Treffen zwischen Park und Abe hatte es weitere positive Entwicklungen gegeben. So sprach ein Gericht in Seoul einen japanischen Journalisten frei, der Park beleidigt haben soll.

Doch die am Montag erzielte Einigung zwischen beiden Ländern erscheint Kritikern als fragil. Sowohl die Einrichtung eines Fonds als auch eine Entschuldigung Japans ähneln bereits früher von Japan ergriffenen Maßnahmen. Es sei daher ungewiss, ob sich die südkoreanische Öffentlichkeit damit zufriedengebe, hieß es.

Die japanische Regierung hat die Opfer, die bis heute unter den seelischen Folgen der Sexsklaverei leiden, nie direkt entschädigt. Tokio betonte stets, dass die Frage von Entschädigung bereits 1965 in einem Vertrag zur Normalisierung der Beziehungen abschließend geklärt worden sei. Zwar wurde 1995 ein privat finanzierter Fonds für Opfer aufgelegt, doch empfanden viele Koreaner dies als unzureichend. Viele Überlebende forderten von Japan eine offizielle Entschuldigung, Entschädigungszahlung sowie die Behandlung von Japans Kriegsverbrechen in den Schulbüchern des Landes.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, selbst Südkoreaner, bewertete die nun gefundene Einigung dennoch positiv. „Der Generalsekretär hofft, dass das Abkommen zur Verbesserung der Beziehungen der beiden Länder beiträgt“, hieß es am Montag von den Vereinten Nationen in New York. Für die Staaten in der Region seien zukunftsorientierte Beziehungen wichtig, die auf der Anerkennung der Geschichte fußten. Die USA  bezeichneten die Vereinbarung als „wichtige Geste der Aussöhnung und Heilung“.

dpa

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